Kampf ums Spreeufer : Bar 25 will sich nicht vertreiben lassen

Dem populären Club an der Spree droht das Aus. Der Eigentümer, die BSR, sagt: Bis 31. Oktober muss das Gelände verlassen sein. Doch die Betreiber geben nicht auf.

Matthias Jekosch
bar 25
Strandwächter. Christoph Klenzendorf soll mit seiner Bar 25 das Gelände verlassen. -Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Die Bar 25 hat noch einmal mächtig gefeiert - und zwar: "Das Ende". Das Motto der Abschlussfeier vor ein paar Tagen war durchaus doppeldeutig gemeint. Denn zum einen macht die populäre Strandbar an der Holzmarktstraße Winterpause, zum anderen ist es ungewiss, ob der Club mit zugehörigem Restaurant überhaupt wieder öffnet. Nach fünf Jahren droht somit endgültig das Ende.

Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) als Grundstückseigentümer hatte den Zwischennutzungsvertrag mit der Bar schon im vergangenen Jahr gekündigt. Jetzt hat sie den Druck mit einer erneuten Kündigung noch einmal erhöht. Bis zum 31. Oktober soll die Bar das Gelände verlassen. Auch der benachbarte White-Trash-Markt soll gehen. Als Grund nennt die BSR fällige Sanierungsarbeiten an der Uferkante. "Da ist Eile angesagt", so Sprecherin Sabine Thümler.

"Das ist nur vorgeschoben", entgegnet Christoph Klenzendorf, der Betreiber der Bar 25. Er hat sogar angeboten, sich an den Sanierungsarbeiten zu beteiligen. Die BSR lehnte dies ab und verwies darauf, dass außer der Uferkante noch mehr gemacht werden müsse. So wolle sie das Gelände von Altlasten befreien, und das ginge nur ohne die Holzhäuser der Bar 25. Klenzendorf will das Feld jedoch nicht freiwillig räumen. Am 12. Dezember wird vor dem Landgericht eine Räumungsklage verhandelt. Streitpunkt sind die unterschiedlichen Lesarten des Mietvertrages. "Darin steht, dass wir erst runter müssen, wenn das Gelände weiterentwickelt wird", sagte Klenzendorf. Von Entwicklung könne aber derzeit keine Rede sein.

Einen Investor gibt es noch nicht

In der Tat bleibt offen, wann auf dem Gelände gebaut wird. Die Spree Urban Entwicklungsgesellschaft GmbH, eine Tochtergesellschaft der BSR, soll es zu einem Stadtquartier entwickeln mit Hotels, Büros, Gastronomie und Wohnungen. Das Vorhaben ist Teil des Mediaspree-Areals zwischen Elsen- und Jannowitzbrücke. Einen Investor gibt es noch nicht. "Wir sind in Verhandlungen", sagte Thümler. Dennoch will die BSR auf dem Grundstück keine Kompromisse mehr machen. Sie verweist auf den Status der Bar als reine Zwischennutzung und auf die nötigen Sanierungsarbeiten. Was passiert, wenn die Bar die Frist am 31. Oktober verstreichen lässt, konnte Thümler noch nicht sagen.

Die Bar bekommt nun Hilfe von einem etablierten Nachbarn. Das Radialsystem hat sich seit 2006 als Kunstadresse einen Namen gemacht. Geschäftsführer Jochen Sandig will sich in den Streit "einschalten". Er sitzt im Lenkungskreis Kulturwirtschaft, in dem auch die Senatsverwaltung für Wirtschaft vertreten ist. Dort will er sich für eine Verlängerung der Zwischennutzung einsetzen. "Das ist für alle von Nachteil, wenn da eine Brache entsteht", findet er. Und die Bar 25 bekäme eine Galgenfrist. Denn ein Leben nach der Holzmarktstraße wird es für sie wohl nicht geben, meint Klenzendorf. "Das Gelände ist einzigartig. Das finden wir nicht wieder."

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