Kino : Baier und der französische König

Jo Baiers "Henri 4" über den französischen König "wird jetzt in den Kinos gezeigt. Die Dreharbeiten hat er noch gut in Erinnerung.

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Foto: dpa

Sein Blick ging abwechselnd nach vorn und nach oben. Vor ihm stand das tausendköpfige Filmteam, in der Senke einer Tagebau-Abraumhalde sollte eine aufwändige Schlacht gedreht werden. Am Himmel schoben sich unterdessen die Wolken zu einem großen Gewitter zusammen. Jo Baier brach die Dreharbeiten gerade noch rechtzeitig ab, bevor ein Wolkenbruch den Drehort im tschechischen Teplice innerhalb kurzer Zeit in einen Morast verwandelte. In „Henri 4“ ist davon ebenso wenig zu sehen wie von dem Brand, der wenig später ein Set zerstörte, weil Gras Feuer gefangen hatte. Wenn Regisseur Jo Baier, 61, jetzt davon erzählt, kann er über diese Pannen schmunzeln. Sein Film über den französischen König lief auf der Berlinale und wird jetzt in den Kinos gezeigt. Die schwierigen Dreharbeiten hat er noch gut in Erinnerung.

„Henri 4“ ist in europäischer Zusammenarbeit entstanden. Neben Deutschland waren auch Frankreich, Spanien und Österreich an der Finanzierung beteiligt. Besonders die Franzosen seien anfangs zögerlich gewesen. „Dass ein Deutscher kommt und einen Film über ihren König drehen will, daran mussten sie sich erst gewöhnen.“ Das Werk basiert auf zwei Romanen Heinrich Manns, „Die Jugend des Königs Henri Quatre“ und „Die Vollendung des Königs Henri Quatre“. Produziert wurde das rund 20 Millionen Euro teure Projekt von Produzentin Regina Ziegler.

Für den Film verpflichtete Baier bekannte Darsteller. Neben Sandra Hüller und Devid Striesow standen auch Joachim Król, Ulrich Noethen, Katharina Thalbach und Andreas Schmidt vor der Kamera. Hinzu kamen französische und spanische Schauspieler, am Set wurde Englisch gesprochen. Sobald die Kamera aber lief, gingen die Darsteller zu ihren jeweiligen Muttersprachen über, erst hinterher wurde synchronisiert.

Gerade ist Baier wieder im Studio, in München wird „Das Ende ist mein Anfang“ nachbearbeitet, ein Film nach der Vorlage von Tiziano Terzani. Diesmal stehen nur vier Personen vor der Kamera, unter anderem Bruno Ganz. Die Arbeit ist für Baier fast wie Erholung. hey

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