KONZERT : 18 Jahre Welttournee

Bright Blue Gorilla sind Musiker wie Filmemacher. Diesen Sonnabend treten die Dauerreisenden im Babylon auf.

H.P. Daniels

„Ruhe bewahren und immer die Bananen mit anderen teilen“, das ist das Motto von Bright Blue Gorilla. Hinter dem seltsamen Künstlernamen steckt das amerikanische Ehepaar Robyn Rosenkrantz und Michael Glover, das gerade vorübergehend in Berlin lebt, in der Nähe vom Hackeschen Markt in einem „Town- house“, das ihnen ein Artistenpaar überlassen hat: mit Tanzparkett, Stepp-Platte, hoher Decke und Trapez. Hier teilen Bright Blue Gorilla mit Gästen ihren exzellenten Kuchen. „Banana-Bread“, na klar!

Seit sie 1990 ihre Jobs in Los Angeles aufgegeben, alles bis auf ihre Gitarren verkauft haben und dann mit einem One-Way-Ticket nach Amsterdam geflogen sind, sind Rosenkrantz und Glover ständig auf Achse. Quer durch Europa, zurück in die USA, wieder Europa – eine „Never Ending Tour“ mit 150 Konzerten im Jahr, fast wie Bob Dylan. Diesen Sonnabend treten sie im Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz auf.

„Filme machen können wir auch!“

Sie machen Folk und Pop mit strahlendem, zweistimmigen Harmoniegesang und jeder Menge handlicher, akustischer Instrumente: Gitarren, Tin Whistles, Rassel- und Raschelzeug, Bass und rhythmischen Füßen. Elf CDs haben sie inzwischen veröffentlicht und auch für einige Filme Musiken geschrieben. Irgendwann dachten sie: „Filme machen können wir auch!“ Von ihren ersparten Musikergagen kauften sie eine Kamera und was man sonst so braucht für einen Film. Zwei Werke haben sie inzwischen veröffentlicht, „Sister Sarah’s Sky“ und „The Mind Of Henry Lime“, eine rasante Screwball-Komödie. Das Handwerk brachten sie sich selbst bei, sie lernten ständig dazu und tourten weiter als Musiker. Immer unterwegs mit dem Zug von hier nach da. Mit Rucksack, Instrumenten und zwei rollenden Koffern. Während der Fahrt schrieb Glover neue Geschichten, neue Drehbücher.

Mit ihrer bunten Erscheinung und meditativen Gelassenheit erinnern Bright Blue Gorilla an Hippies. Mainstream sind sie mit Sicherheit nicht – genauso wenig wie ihre Filme. Robyn Rosenkrantz lacht: „In denen gibt es ja nicht mal Sex, keine extreme Action und keine Stars!“ Doch gerade weil bei Bright Blue Gorilla alles so anders ist als bei der üblichen Hollywood-Massenware, haben ihre Filme wie auch ihre Musik diesen besonderen persönlichen Charme und eine erfrischend intelligente Leichtigkeit, die jedes noch so miesepetrige Publikum binnen kürzester Frist aufmöbelt, umkrempelt und glücklich macht.

Es dürfte voll werden im Babylon

Weltweit dürften sie die Einzigen sein, die mit einem derartigen Tournee-Programm unterwegs sind: Erst geben sie ein Konzert mit betörenden Songs und amüsanten Geschichten aus dem Alltag von Musikern und Filmern. Und anschließend zeigen sie eine brillante Komödie. Beim Konzert im Babylon werden sie ihren nächsten, dritten Film „Karate Film Café“ vorführen, als spezielle „Test Screening“-Vorabfassung. Den letzten Film hatten sie damals auch zuerst im Babylon gezeigt. Das Haus war ausverkauft. Denn wo Bright Blue Gorilla auch hinreisen: Ihre Fangemeinde ist schon da.

Beginn ist 20 Uhr, Infos unter www.babylonberlin.de oder Telefon 24 25 969.

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