Konzert in der Arena : Berlin-Fan Jared Leto: Nudeln essen in Mitte

Mädchenschwarm, Schauspieler, Lover: Schauspieler Jared Leto spielt mit seiner Rockband in der Arena - und outet sich als Berlin-Fan.

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Softie oder Rocker? Im Film spielt Jared Leto häufig liebe Jungs, die eins auf die Nuss bekommen. Auf der Bühne lässt er mit 30...Foto: promo

Jared Leto? Für viele Frauen sind das zwei tiefblaue Augen in einem schönen Gesicht, an dem ein sexy Körper dranhängt und aus dem noch eine tolle Stimme klingt. Zur Hauptfigur vieler Mädchenträume wurde das heute 38-jährige Gesamtkunstwerk Mitte der Neunziger als netter Junge in der US-Serie „Willkommen im Leben“. Später spielte er in Filmen wie „Fight Club“, „Panic Room“ und „Requiem for a Dream“. Am heutigen Mittwoch kommt der Ex-Verlobte von Cameron Diaz mit seiner Rockband 30 Seconds to Mars in die Berliner Arena.

Jared Leto ist einer der wenigen Stars, die das Berliner Nachtleben nicht interessiert. Der singende Schauspieler will sich Kunstausstellungen angucken, ein Konzert besuchen, durch die Straßen schlendern von Kreuzberg, Mitte und Prenzlauer Berg, wie er in gar nicht so breitem Amerikanisch sagt. Ganz oben auf seinem Berlin-Plan: das Restaurant Monsieur Vuong in der Alten Schönhauser Straße in Mitte. „A wonderful noodle shop, so great.“ Ob ihm die Nudeln auch geholfen haben, den Song „Hurricane“ vom aktuellen Album „This is War“ zu schreiben, während er in Berlin war? Nein, die Stadt tat es: „Ein toller Platz für Künstler zum Arbeiten“. Leto will Berlin genießen, auch wenn ihm dazu nur ein Tag bleibt. Der übliche Lobgesang auf die Stadt fehlt auch bei ihm nicht, doch im Gegensatz zu den oft überbordenen Schmeicheleien anderer Stars glaubt man ihm. Schon zum zwölften Mal komme er her. Vor zwei Jahren stand er hier für den Film „Mr. Nobody“ vor der Kamera, der im Sommer in den Kinos anläuft.

Als Leto 1992 nach Los Angeles zog, wollte er im Schatten der glitzernden Filmschmiede als Musiker durchstarten. Dazwischen kamen ihm Fernsehen, Kino und die Frauen. Der Mädchenschwarm hatte sie für sich, die Träume der Männer: Mit Cameron Diaz war er vier Jahre verlobt, Scarlett Johansson und Lindsay Lohan zählten zu seinen Liebschaften.

Fast schon übertrieben oft sagt der Sänger und Gitarrist, wie dankbar er ist, dass er mit seinen beiden Bandkollegen, Bruder und Schlagzeuger Shannon Leto und Gitarrist Tomo Milicevic, um die Welt touren darf. Die Presse lobt 30 Seconds to Mars in den Rockhimmel, die Fans füllen jede noch so große Halle. Das Album „This is War“ ist das dritte und das erste nach vier Jahren Pause. Die zwölf voluminösen Lieder sind eine Mischung aus typischem Rock und Emo-Rock. Der Sänger mit den kajalumrandeten Augen und dem schwarzen Nagellack singt, er schreit, meist über nicht enden wollende Konflikte zwischen den Menschen. Die Columbiahalle war schnell ausverkauft, das Konzert wurde in die Arena verlegt. Auf der Bühne wird Jared Leto zum Rockstar. Nur eine weitere Rolle? „Nein, das bin nur ich, das ist das genaue Gegenteil vom Schauspielern.“ 140 Songs hatte die Band für das Album aufgenommen, doch ein schneller Nachfolger ist nicht in Sicht: Was nicht den Weg auf die CD fand, landete im digitalen Papierkorb. Eine Enttäuschung für viele Fans.

Letos Gesundheit ist Dauerthema unter seinen deutschen Fans. Er sehe bleich und abgemagert aus, ängstigen sie sich im Internet. Der Sänger reagiert darauf verärgert. Gesund sei er und fühle sich pudelwohl. Gut für die Show. Denn während der will die Band engen Kontakt zu ihren Fans, die sich Echelons nennen, halten. Beim Bad in der Menge hat sich Leto schon mal die Nase gebrochen. Den Hit „Kings and Queens“dürfen ein paar Echelons auf der Arena-Bühne mitsingen. Wahr werdende Mädchenträume.

Arena Berlin, Mittwoch, 20 Uhr, Tickets 38 Euro.

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