Konzert : K.I.Z.: Derb, dreist und schön doof

Auftritt der Woche: Na endlich! K.I.Z. treten nach eineinhalb Jahren mal wieder in ihrer Heimatstadt auf - am Donnerstag im Postbahnhof

André Görke
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Spaßfraktion. Maxim, Nico, Sil-Yan und Tarek (v. l. n. r.) albern herum - neben dem Grillen die große Leidenschaft von »Kannibalen...Foto: ddp

Oh, war das eine Empörung. Da schnappen sich vier Jungs doch einfach ihre Mikrofone, schicken eine Mail herum mit dem Wörtchen „Geheimkonzert“ und laden mal eben auf den U-Bahnhof in der Nachbarschaft. Resonanz? Riesig. 1000 Fans feiern an jenem Abend im August 2007 auf dem U-Bahnhof Schlesisches Tor, am Mikrofon die Rapper von K.I.Z. Nur die BVG fand das alles nicht so irre witzig, weil die U1 zwei Stunden lang nicht fahren konnte.

Das Konzert ist seit Wochen ausverkauft

Lange her der Abend. Und weil sich selbst an das „Nikolauskonzert“ 2007 im Huxleys kaum einer erinnern kann, war eigentlich klar, dass der erste Auftritt in ihrer Heimatstadt nach so langer Zeit schnell ausverkauft sein würde. Am Donnerstag laden K.I.Z. – die mit so populären Künstlern wie Bela B. von den Ärzten („Hölle, Hölle“) oder Peter Fox („Fieber") Lieder produzierten – in den Postbahnhof am Ostbahnhof. Die 1200 Karten sind seit Wochen weg.

Zu gut und zu schräg sind ja auch die Konzerte der Musiker, die „Fäkal-Artistik und Toilettenhumor“, wie es ein Rap-Magazin formulierte, in Perfektion drauf haben. Hip-Hop-Feinde japsen bei all den überdrehten Reimen empört nach Luft, die anderen grinsen kess in die Runde. So wird es auch sein beim neuen Album mit dem Gaga-Titel „Sexismus gegen Rechts“, das am 10. Juli in die Läden kommt (und so wunderbar doofe Titel enthält wie „Auch Nutten wollen Pendlerpauschale“ oder „Straight outta Kärnten“, ein Lied über Jörg Haider).

Am 10. Juli kommt ihr neues Album in die Läden

Die vier sind längst eine feste Größe in der Szene: Sie veralbern die Rapperszene mit ihrem Schusswaffen-Gedöns, bauen gerne Schlagerhits in ihre Songs ein und werfen dabei derart lautstark mit sexistisch-protzigen Sprüchen um sich, damit auch der Letzte kapiert, dass das alles bitte nicht furchtbar ernst zu nehmen ist. Und so kommt bei Konzerten ein bunt durchmischtes Partyvolk zusammen, das am Ende nur eines ist: völlig durchgeschwitzt vom Tanzen.

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