Konzertvorschau : Pussycat Dolls: Sieg der Puppen

Sie räkeln sich auf dem Rücksitz eines Cabrios, auf der Ladefläche eines Jeeps oder im warmen Wüstensand. Die Pussycat Dolls bieten sexy Dance-Pop.

Eva Kalwa
Pussycat Dolls live in Amsterdam
Bauchfrei. Die Pussycat Dolls werden zur Echo-Verleihung in Berlin erwartet. -Foto: dpa

Die Bikinis, Corsagen und Hotpants sind knapp, die Haare sinnlich lang: Die Musikvideos der Pussycat Dolls vereinen den wenig subtilen Charme von Pin-up-Kalendern mit einem Hauch mädchenhafter Romantik. Postfeminismus und weibliche Selbstverwirklichung nennen das manche und insbesondere alle, die an den Auftritten des kalifornischen Frauenquintetts verdienen. Andere sehen vor allem sexistisch eingefärbte Rollenklischees bedient und das Rad weiblicher Emanzipation um Jahrzehnte zurückgedreht. Fest steht: Sex sells, denn das erste Album „PCD“ mit der Single-Auskopplung „Don’t cha“ wurde über sechs Millionen Mal verkauft, vier Millionen Klingeltöne wurden heruntergeladen. Jetzt kommen die Pussycat Dolls nach Berlin und stellen ihr zweites Studioalbum „Doll Domination“ („Die Herrschaft der Puppen“) vor.

Nach ihren Wünschen für 2009 befragt, antwortet Jessica Sutta, seit 2002 Mitglied des Dance-Pop-Ensembles, ganz im Sinne des Marketing: „Ich selbst möchte nicht mehr, als dass ‚Doll Domination‘ ein großer Erfolg wird.“ Persönlicheres ist der 26-Jährigen nicht zu entlocken, nur so viel gibt sie noch preis: Sie würde sich sehr freuen, dass Lady GaGa, deren Single „Just Dance“ es unter anderem in den USA auf Platz 1 der Charts geschafft hat, in der Max-Schmeling-Halle als Support der Pussycat Dolls auftreten werde. Auch die amerikanische Tänzerin und Sängerin „Lady GaGa“ präsentiert sich meist in nicht viel mehr als Unterwäsche.

Nach der Gründung 1993 hatte die Tanzgruppe mehrere Jahre eine eigene Revue im „Viper Room“ in Los Angeles, an dem berühmt-berüchtigten Nachtclub hatte damals auch Schauspieler Johnny Depp Anteile. Weitere Tanzrevuen, unter anderem in Las Vegas, folgten. 2003 kam die heutige Frontfrau Nicole Scherzinger dazu, die seit Mai 2008 wegen ihrer Beziehung zu Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton für Schlagzeilen sorgt.

Nein, die hüftschwingende Puppen-Power setzt nicht unbedingt auf veränderte Geschlechterrollen. „Wünscht du dir nicht, deine Freundin wäre so heiß wie ich?“ fragen die Pussycat Dolls in ihrem Ohrwurm-Hit „Don’t cha“. Es gibt darauf mehr als eine Antwort.

19. Februar, 20 Uhr. Max-Schmeling-Halle, Tickets 50 Euro.

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