Konzertvorschau : Sezen Aksu: Die türkische Madonna

Superstar Sezen Aksu tritt mit Band im ICC auf. Fans aus ganz Deutschland machen sich dafür schick.

Annette Kögel
272761_0_4de3b39b.jpg
Sezen Aksu -Foto: promo

Am späten Donnerstag Nachmittag wird man überall sehr schick gekleidete türkische Berliner aller Altersklassen sehen. Sie haben sich für einen besonderen Abend in Schale geworfen und mit Freunden verabredet: Am 30. April singt Popsängerin Sezen Aksu in Saal 1 des ICC, Einlass ist um 19 Uhr. „Sezen Aksu ist für uns Türken so etwas wie Madonna für Amerikaner“, sagt Sirin Manolya Sak, Moderatorin beim Berliner Radyo Metropol FM . Vielerorts in der Stadt fallen einem derzeit die Plakate mit der Sängerin an türkischen Geschäften ins Auge.

Denn Sezen Aksu hat die türkische Popmusik wie keine andere Künstlerin geprägt – für 22 Alben und 14 Singles bekam sie mehr als 200 Auszeichnungen. Sie hat für andere Künstler Lieder geschrieben und sie protegiert, wie etwa den Megastar Tarkan. Auch mit Udo Lindenberg hat die Frau mit der dunklen Stimme schon gesungen, „Messer in mein Herz“, das war 1992. Regisseur Fatih Akin machte sie zu seiner zentralen Figur im Kinofilm „Crossing the Bridge – The Sound of Istanbul“.

Nun werden die Berliner Fans, aber auch viele Anhänger von außerhalb, der Frau und ihrem zehnköpfigen Orchester zujubeln, denn die für Anfang Mai geplanten Auftritte in Frankfurt/Main und München sind aus logistischen Gründen auf andere Termine verschoben worden. Aksu wird geliebt für ihre anatolischen Melodien und tanzbaren okzidentalen Rhythmen – mal sind die Texte voll Lebensfreude, mal voll Herzschmerz.

„Ich gehe auch hin, aber ich werde mich nicht ganz so doll aufhübschen“, sagt eine 27-jährige Angestellte bei „Efendi Optik“ an der Skalitzer Straße in Kreuzberg augenzwinkernd. Der Optiker verkauft Tickets ab 39 bis 99 Euro, oft auch an deutsche Kunden. Bei der Weddinger „Herz Apotheke“ waren Tickets ebenso gefragt. Wenn türkische Künstler zu Konzerten nach Berlin kommen – und das geschieht immer öfter – dann gibt es Karten auch bei türkischen Kassettenläden und Elektronikgeschäften, weiß Güliz Yazicioglu vom Konzerveranstalter „club el.ele“ (Tickethotline 01805056060). Das ist eine Berliner GmbH mit bundesweit 23 000 deutschtürkischen Mitgliedern. Sie bietet diverse Sonderkonditionen bei Einkäufen, Gratis-Sozialberatung und lädt günstiger zu Konzerten. „Auch wenn man als Türke gut integriert ist – wir lieben unsere Sänger, denn Musik ist eben sehr emotional“, sagt Güliz Yazicioglu. Annette Kögel

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben