Stadtleben : Kreuzberg lässt’s krachen

Jörg Oberwittler

Techno ist tot, Samba lebt: Während die Loveparade im Juli ausfällt, stehen die Veranstalter des Karnevals der Kulturen für Pfingsten bereits in den Startlöchern. Geschäftsführer Andreas Freudenberg ist froh, dass sich dieses Jahr mehr Jugend- und Schulgruppen als sonst für den Umzug am Sonntag, 27. Mai, angemeldet haben. Ein weiterer Trend: Mehr Gruppen aus den Ostbezirken, zum Beispiel aus Marzahn-Hellersdorf, beteiligen sich.

Ansonsten bleibt vieles beim Alten: Rund 4500 Akteure aus mehr als 70 Nationen schwingen die Trommelstöcke und Hüften, 62 Wagen rollen mit wummernden Boxen entlang der Strecke der U7 vom Heimatplatz bis zur Yorckstraße. Angekündigt haben sich rund 95 Formationen. Die weiteste Anreise haben dabei die Brasilianer und Bolivianer. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 800 000 Besuchern. Zu viel für die BVG. Sie schließt aus Sicherheitsgründen den U-Bahnhof Südstern am Tag der Parade von 9.30 Uhr bis in die Nacht. Der Bahnsteig verfüge nur über einen Zugang und sei sehr schmal, teilte die BVG mit.

Vier Bühnen werden den Blücherplatz beim viertägigen Straßenfest ab Freitag, 25. Mai, beschallen. Außerdem sind 380 Stände aufgebaut. Osteuropäische Angebote stehen in diesem Jahr auf der Speisekarte ganz oben. Bevor der große Umzug startet, haben noch die Kinder am Sonnabend, 26. Mai, ihren großen Auftritt. Sie ziehen ab 13.30 Uhr vom Mariannenplatz zum Fest im Görlitzer Park.

Ein Appell der Veranstalter ging auch an den Senat. Viele Gruppen hätten massive Probleme, den Umzug finanziell stemmen zu können. So wird zum Beispiel die Gruppe Amasonia, eine der bekanntesten Sambagruppen, in diesem Jahr fehlen, weil der Sponsor abgesprungen ist. Bis jetzt sei noch keinem Förderantrag entsprochen worden, sagte Freudenberg: „Wir wollen nicht viel. Mit 300 000 Euro könnten wir bereits einiges erreichen.“ Jörg Oberwittler

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