Kurt Krömer : Mach’s jut, Nachbar

Kurt Krömer spielt einen schnöseligen Villenbesitzer in einem Krimi am Glienicker See. Ein Besuch am Set.

Eva Kalwa
kurt krömer
Farbenpracht im Herbst. Kurt Krömer (re.) am Set der Seepromenade. -Foto: Schroewigs

Rüdiger von Schönwald hat einen Beruf, der es ihm gestattet, den ganzen Tag in orangefarbenen Samtanzügen mit blauer Weste und Blümchenhemd darunter herumzulaufen. Der schöngeistige Lebemann und Besitzer einer noblen Potsdamer Villa, gespielt von Kurt Krömer, ist vor allem eins: „Schwuler Erbe“.

Das erzählt der Berliner Komiker, der positiv überrascht gewesen war, als ihn das Produzententeam von „Ein starkes Team“ um einen Gastauftritt in der nächsten Folge der erfolgreichen ZDF-Krimiserie gebeten hatte. „Endlich begreifen die Leute, dass ich auch lesen kann“, sagt Krömer und freut sich. Nur anderthalb Tage habe er gebraucht, um seinen Text zu lernen. Gestern hatte er dann seinen einzigen Drehtag in einer schicken Villa kurz hinter dem Stadtrand. 60 Zigaretten hat er sich innerhalb von drei Stunden anzünden müssen, bis die Szene im Kasten war.

„So etwas wäre ja nichts für mich“, sagt der im Wedding geborene Träger des Deutschen Kleinkunstpreises 2007. „Zum einen finde ich es viel zu langweilig, den lieben langen Tag auf dem Rasen zu sitzen und Prosecco zu schlürfen, zum anderen ist es mir hier in Potsdam viel zu einsam.“ Der heute in Kreuzberg lebende Komiker hat weder Auto noch Führerschein. Gestern ist er um sieben Uhr morgens von einem Fahrer abgeholt und nach Groß Glienicke – gelegen kurz hinter Kladow, dem südwestlichen Zipfel Berlins – zum Drehort gebracht worden: „Eine halbe Weltreise“ sei das gewesen: „Schrecklich!“.

Zugesagt hatte Krömer vor allem, weil zum festen Schauspieler-Team der Serie neben Maja Maranow und Florian Martens auch der von ihm verehrte Theater- und Fernsehschauspieler Jaecki Schwarz gehört. Schwarz, der seit 1996 im „Polizeiruf 110“ den besonnenen Gentleman-Hauptkommissar Schmücke spielt, sorgt in jeder Folge von „Ein starkes Team“ für einen Running Gag: Seine Figur „Sputnik“ denkt sich immer wieder die tollsten Geschäftsideen aus. Unter anderem war er schon Besitzer einer Sushi-Bar und Betreiber eines Callcenters.

In der Folge „Geschlechterkrieg“ verkauft Sputnik Sicherheitsanlagen an schnöselige Villenbesitzer, auch an Krömer alias Rüdiger von Schönwald. Der hat seine Augen an jedem Schlüsselloch und seine Ohren an jeder Wand, weshalb er auch so einiges über das Mordopfer, die junge, intelligente und schöne Unternehmensberaterin Silvia Berg zu wissen scheint. Sie war seine Nachbarin und wohnte in einer mit „neuem Geld“ erbauten Villa von glatt-kühler Architektur am Glienicker See. „Da dies eine Berliner Krimi-Serie ist, benennen wir die Drehorte außerhalb der Stadt in der Handlung aber nie konkret“, erzählt Produzentin Michaela Nix. „Die Zuschauer würden sich sonst fragen, warum Berliner Kommissare in Potsdam ermitteln dürfen.“ Die Folge „Geschlechterkrieg“, die bis zum 8. Oktober in Berlin gedreht wird und für die in 2009 noch kein Sendetermin feststeht, ist für Nix selbst ein kleines Jubiläum: Es ist für sie die 20. von den mit „Geschlechterkrieg“ 41 Folgen des Quotenhits.

Wie wird es mit dem Ermittlerduo Maranow alias Kriminalhauptkommissarin Verena Berthold und Martens als dem ehemaligen Volkspolizei-Mitarbeiter Otto Garber weitergehen? „Ich kann nur soviel verraten: In Folge 42 passiert etwas, das eine der beiden Hauptfiguren komplett aus der Bahn wirft“, sagt Nix.

Doch zurück zu Folge 41: Wäre es vielleicht möglich, dass Kurt Krömer trotz des nur einen kurzen Drehtages der Mörder vom Glienicker See ist? Der lacht. Endlich könne er nun den Satz anbringen, den er schon immer habe sagen wollen: „Wenn ich das vorab ausplauderte, käme es zu einer Konventionalstrafe in Höhe von 100 000 Euro.“

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