Lärmklagen : Ärger um den Knaack-Klub

Zwei Tanzflächen haben sie bereits dicht gemacht und auch die Lautstärke der Musikanlage gedämpft, Konzerte gibt es nur noch bis 23 Uhr. Aber das alles hat nicht viel genützt. Weil Nachbarn sich über Lärm beschweren, droht dem Knaack nach 57 Jahren das Aus.

Nana Heymann

Deshalb trafen sich am Donnerstagabend Anwälte, Schallschutzgutachter und Vertreter von Umwelt- und Ordnungsamt im „Knaack Klub“ in Prenzlauer Berg, um über eine Lösung in Sachen Lärmschutz nachzudenken. Das Problem: Vergangenes Jahr wurde im Hinterhof ein Gebäude mit Eigentumswohnungen errichtet, das direkt an den Club grenzt. Dessen Bewohner fühlen sich von der lauten Musik, insbesondere vom Vibrieren der Bässe gestört.

Laut Gesetz dürfen zwischen 22 und 6 Uhr nur 25 Dezibel bei den Bewohnern ankommen. „Das entspricht im Club einer Lautstärke von 75 Dezibel“, sagt Chef Matthias Harnoß. Normaler Betrieb läuft bei 98 bis 100. „Wenn wir die Lautstärke tatsächlich so weit reduzieren müssen, können wir gleich dicht machen.“ 57 Jahre Berliner Subkultur wären dann Geschichte – den Knaack-Klub an der Greifswalder Straße gibt es seit 1952.

Der Ärger fing im November 2008 an, da trafen die ersten Beschwerdebriefe ein. Die Clubbetreiber waren sich keiner Schuld bewusst, denn schon vor langer Zeit hatten sie die Außenwände des Ladens schallschutzgesichert und auch sogenannten schwimmenden Fußboden verlegt, damit möglichst wenig nach außen dringt. Zudem haben sie seither die Lautstärke der Anlage auf 90 Dezibel reduziert. Die Folge: „Gäste gehen nun schon wesentlich früher, weil keine Stimmung mehr aufkommt.“ Die Einnahmen an der Bar sind dadurch merklich zurückgegangen.

Das Treffen vom Donnerstag verlief ergebnislos, die Parteien konnten keinen annehmbaren Kompromiss finden. In den kommenden zwei Wochen soll deshalb ein Termin mit dem zuständigen Stadtrat stattfinden.

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