Leuchtende Wasserspiele : Kaskaden am Fernsehturm sollen wieder sprudeln

Am 24. August ist es soweit: Dann sollen die Kaskaden am Fuße des Fernsehturms wieder sprudeln und die Berliner bei Dunkelheit wieder stündlich mit leuchtenden Wasserspielen verzücken.

Christina Schultze[ddp]
Brunnen vor dem Fernsehturm
Wasserspiele. Nach zweijähriger Bauzeit soll der Brunnen bald wieder funktionieren. -Foto: ddp

BerlinEs braucht viel Phantasie, sich die neue Attraktion am Fuße des Berliner Fernsehturms vorzustellen. Noch fehlt der einst sehr beliebten terrassenförmigen Brunnenanlage zu beiden Seiten der Freitreppe ihr wichtigstes Element: das Wasser. Doch am 24. August sollen die Kaskaden nach mehreren Verzögerungen wieder sprudeln. Wie früher können Berliner und Touristen dann stündlich ein Wasserspiel erleben, das mit Einbruch der Dämmerung angestrahlt wird.

Insgesamt zwei Jahre hat sich die Sanierung des Brunnens hingezogen, der Ende der 60er Jahre vom einstigen VEB Ingenieurhochbau Berlin errichtet und 1971 in Betrieb genommen wurde. Die Anlage gehörte wohl wie der nicht weit entfernte Palast der Republik zu den Prestige-Objekten der DDR. Immerhin ließ sich der Staat die Fontänen die Summe von 3,22 Millionen Mark kosten.

Kaskaden wurden 2004 stillgelegt

In den 80er und 90er Jahren häuften sich jedoch die Reparaturen. Nachdem alle Versuche scheiterten, poröse Stellen abzudichten, wurde der zweigeteilte Brunnen in der Form von Parallelogrammen mit 88 Fontänen 2004 still gelegt. Ein Jahr später begann eine aufwändige Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Anlage, die im Prinzip einem Neubau gleichkam.

Nicht alle Schäden waren auf Anhieb sichtbar, so dass sich die Arbeiten mehrfach verzögerten, sagt der zuständige Stadtrat von Mitte, Joachim Zeller (CDU). Erst hatten Wetterextreme wie starke Hitze und Kälte ein schnelleres Vorankommen verhindert. Zuletzt mussten immer wieder undichte Stellen an den acht langgestreckten Becken, die jeweils 70 Kubikmeter Wasser fassen, ausgebessert werden, führt der CDU-Politiker an. Auch die Justierung der Düsen habe länger gedauert als erwartet.

Generalprobe Mitte August

Derzeit legen Bauarbeiter an den Kaskaden, die als einer der größten der rund 300 Berliner Brunnen gelten, letzte Hand an. Es werden Restarbeiten an der Einfassung aus hellgrauem Granit erledigt. Außerdem sind Feineinstellungen an den 560 Düsen und 308 Scheinwerfern notwendig. Nach kleineren Zwischentests ist für Mitte August die Generalprobe geplant.

Die Kosten für das Projekt sind mit 3,77 Millionen Euro veranschlagt. "Die werden wohl auch ausgeschöpft", sagt der Stadtrat. Insbesondere die unterirdische Pumpen-, Betriebs- und Steuerungstechnik mache das Projekt teuer. Da der Bezirk die Mittel nicht aufbringen kann, stammen sie aus EU-, Bundes- und Landestöpfen. Für den laufenden Unterhalt der Anlage will das Außenwerbeunternehmen Ströer aufkommen. Auch für einen Wachschutz hat der Bezirk kein Geld. Zeller hofft einfach, dass die Menschen mit der neuen Anlage sorgsam umgehen.

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