Limousinenservice : Für die Stars gibt’s nur Limo in der Limo

Der Chef der Charlottenburger Firma "Valet Parking“, dem Limousinenservice der Berlinale, kennt die kleinen Geheimnisse der Stars - und behält sie für sich. 100 abgedunkelte Luxusautos schickt er in diesen Tagen durch Berlin.

Nicolas Ruland, 31, kennt die Stars ziemlich gut. Er weiß um deren geheime Vorlieben und in welcher Bar sie einen Drink zu viel nahmen. Aber darüber reden: nein, darf er nicht, „Berufsethos“. Ruland ist der Chef der Charlottenburger Firma „Valet Parking“, dem Limousinenservice der Berlinale. 100 abgedunkelte Luxusautos schickt er in diesen Tagen durch Berlin.

Seine Flotte, alles geputzte Volkswagen, steht nie im Mittelpunkt, aber die 125 Fahrer – alle im schwarzen Anzug mit roter Krawatte – fahren sie immer dorthin. Kommt ein Star am Flughafen an, wird er per Handschlag und mit einem Lächeln begrüßt, meist sagt der Fahrer in etwa so was: „Willkommen, Frau Pfeiffer, ich bin Paul, ihr persönlicher Fahrer.“ Es bleibt beim Vornamen, den können sich Stars leichter merken.

Chauffeure sind die Vertrauenspersonen für die Stars, „näher kommen nur Masseure oder Friseure“. Im Auto nervt kein Fotograf, quasselt kein Manager und tätschelt kein Fan, im Auto herrscht Stille, „es ist der einzige Ruheraum während der Berlinale“. Die Musik? „Leise muss sie sein.“ Aber sie reden dann doch, über Berlin, über die Menschen, über geheime Clubs, ohne Reporter.

Alle Regeln stehen in der „Fahrerbibel“, wie sie Ruland nennt, der sein Unternehmen 1999 gegründet hat. Früher war der Wilmersdorfer selbst Chauffeur, kennt die Tabus: Keine Handy-Fotos! Keine weißen Socken! Immer nur vorne um den Wagen herumlaufen („ein Ritual aus vergangen Tagen“)! Und den Star hinten rechts sitzen lassen, „dann steigt er am roten Teppich aus“. Und sowieso: keine Punkte in Flensburg, keine Raserei – trotz der 360 PS unter der Haube – und nicht zu viel Parfum draufhaben. Das kann auch nerven.

Die Stars, sagt Ruland, sind im Auto eigentlich immer bescheiden, so angenehm normal. Ob nun Madonna, Robert DeNiro oder Bud Spencer. Letzter hatte nur einen Wunsch vor zwei Jahren: eine Fahrerin. Dabei sind das nur 5 von 125.

Massagesitze, Fernseher und Minikühlschrank („Nein, kein Champagner“) in den Autos seien ja nett, sagt Ruland, aber privat sei er kein Autofreak. Dann ein kurzer Test zum Abschluss. Was kostet ein BVG-Ticket? „2,10 Euro?“ Bingo. AG

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