Mais-Labyrinth : Auf verschlungenen Wegen durch die Riesenkuh

In Marienfelde wurde ein Mais-Labyrinth eröffnet. Wer sich dort hineintraut, kann eine Menge über Lebensmittel lernen.

 Maria Ugoljew
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Feldversuch. So sieht das Labyrinth aus der Luft aus. -Foto: promo

Hallo? Ist da vielleicht noch jemand? Wer diese Frage stellt im Maislabyrinth in Marienfelde, ist schon verloren gegangen, hat sich verirrt in den zahlreichen Wegen, die von mehr als zwei Meter hohen Maispflanzen umgeben sind. Da hilft dann auch kein Springen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Gefangen im Labyrinth, das die Form einer riesigen Kuh hat, wartet man dann am besten auf den Abend. „Nach 18 Uhr naht in jedem Fall ihre Rettung“, versichert Gaby-Fleur Böl vom Bundesinstitut für Risikobewertung, das sich um den gesundheitlichen Verbraucherschutz kümmert und unter anderem für die Überwachung von Lebensmitteln und Alltagsprodukten zuständig ist. „Wir schicken jeden Abend einen Mitarbeiter durch das Labyrinth. Außerdem guckt auch einer vom Aussichtsturm mit dem Fernglas über das Feld.“ Na dann kann ja nichts mehr schief gehen. Das dachten sich am Freitagnachmittag wohl auch die ersten Besucher des Maislabyrinths. Alt und Jung stürzten sich ins Vergnügen. Zur Absicherung – um im „RisiKuhLabyRind“ dann doch kein Risiko einzugehen – konnten sie sich am Eingang auch einen Orientierungsplan schnappen.

Gut ausgerüstet gingen die Besucher auf Erkundungstour der besonderen Art: Ein etwa 2,5 Kilometer langer Weg führt durch die Riesenkuh aus Pflanzen. Durch Maul, Schlund, die vier Mägen und den Dünndarm geht es dort wieder raus, wo das Lebensmittel Milch gewonnen wird: aus den Zitzen am Euter. Auf dem Weg zum Euter sind zahlreiche Informationstafeln, die nicht nur die Vielseitigkeit des Mais’ erklären, sondern auch, wie Giftstoffe auf Pflanzen wirken und wie diese Substanzen dann auch den Menschen belasten können. Der Besucher erfährt, dass die Nutzpflanze Mais der Lebensmittelgewinnung dient (Cornflakes, Popcorn, Polenta...), ein wichtiges Futtermittel für Tiere darstellt (auch die Kuh frisst Mais) und auch als Brennstoff genutzt werden kann. Außerdem wird erläutert, wie denn der Mais nun in der Kuh verdaut wird. „Es ist manchmal sehr erstaunlich, dass die Kinder von den ganzen Verdauungsprozessen viel mehr wissen als wir Erwachsenen“, sagt Gaby-Fleur Böl während einer ersten Führung durch das Labyrinth.

Was der eine oder andere Erwachsene aber vielleicht eher kennt, sind die Hanfpflanzen, die ebenfalls im Labyrinth angepflanzt wurden. „Denn Hanf ist wie Mais eine Nutzpflanze. Und als solche wollen wir sie den Kindern vorstellen,“ sagt Andreas Hensel, der Präsident des Bundesinstituts. Kaum hat er diesen Satz ausgesprochen, springen zwei Jugendliche aus dem Hanffeld und wollen wissen, ob die Pflanzen denn wirklich auch alle nur männlich sind. „Mit Sicherheit,“ antwortet Andreas Hensel, „sonst hätten wir sie nicht anpflanzen dürfen.“ Denn weibliche Pflanzen könnten der Drogenherstellung dienen. „Trotzdem eine coole Sache“, sagen die beiden Jungs. Gaby-Fleur Böl hofft derweil auf großes Interesse der Berliner an den verschlungenen Wegen. Denn davon hängt es ab, ob das Labyrinth auch 2010 zu sehen sein wird. Im laufenden Jahr ist allerdings auch nicht unbegrenzt Zeit zum Besichtigen – bis zum 4.Oktober. Dann wird gemäht.

RisiKuhLabyRind, Diedersdorfer Weg 1, Marienfelde, Donnerstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr, Eintritt 2 Euro, Kinder 1 Euro, Familien 5 Euro, Schulklassen kostenlos.


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