Stadtleben : Marusha legt bei Hertha auf

Und anschließend zeigt sie Rassisten die Rote Karte

Sie hat’s erwischt, die Nase tropft, sie hat Kopfweh, und das ausgerechnet kurz vor ihrem Auftritt im zugigen Olympiastadion bei Hertha BSC. „Habe ich mir von meinem Sohn eingefangen“, sagt Marusha. „Aber mein Auftritt ist nicht in Gefahr.“

Marusha, 40, eine der bekanntesten DJanes weltweit, wird heute vor dem Spiel gegen Bochum (15.30 Uhr) ihre Single „Kick it“ aus dem Album „Heat“ vorstellen. Seit 1991 lebt sie in Berlin, und seither gehe sie auch immer wieder zu Hertha, sagt sie. „Ich habe zwei, drei Kumpels, die totale Fans sind.“ Die Bewirtungskosten übernimmt diesmal der Klub, denn Marusha wird Ehrenmitglied, wie es schon Ex-Innenminister Otto Schily, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann, Basketballer Dirk Nowitzki oder Bahn-Chef Hartmut Mehdorn sind. Ein Trikot bekommt sie geschenkt mit ihrem Namen und der „18“ hinten drauf: „Meine Lieblingszahl. Ich bin am 18. November geboren.“

Außerdem wird Marusha beim Anpfiff eine Karte hochhalten, die „Rote Karte dem Rassismus“. Die Klubs verteilen bundesweit mehr als eine halbe Million dieser Kärtchen. „Das finde ich gut“, sagt Marusha, „weil es so vielen in der Masse die Angst nimmt, die Stimme zu erheben.“

Ihr Sohn bleibt heute allerdings zu Hause. Quentin ist zwei Jahre alt, im Stadion wär’s zu kalt und laut für ihn, sagt sie. „Außerdem faszinieren ihn Müllabfuhr oder Bagger eh viel mehr.“ AG

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