Mauerfall : Paul van Dyk legt auf zum „Wunder von Berlin“

Wenige Tage vor dem Mauerfall durfte Paul van Dyk in den Westen ausreisen. Heute ist er einer der gefragtesten DJs der Welt. Am Sonntag tritt er im "Weekend" auf. Das Motto: "Das Wunder von Berlin".

Hadija Haruna
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Foto: ddp

An den Mauerfall kann sich Paul van Dyk noch gut erinnern. Er saß damals in Hamburg im Wohnzimmer und dachte: „Das ist jetzt ein schlechter Witz, oder?!“ Er war damals 17 Jahre alt – und die DDR lag gerade einmal ein paar Tage hinter ihm zurück: „Eine Woche vor dem Mauerfall wurde unser Ausreiseantrag genehmigt, meine Mutter und ich durften ausreisen.“ Wäre die Mauer also früher gefallen, die Familie hätte nicht alles verloren, sagt van Dyk. Nach dem ersten Schock sei aber die Freude hochgekommen: „Cool, ich konnte wieder meine Freunde sehen.“

Knapp 20 Jahre später – Paul van Dyk zog schnell wieder zurück nach Berlin („Ich wohne heute im grünen Westen“) – ist der Mann einer der populärsten DJs der Welt, Tausende kommen zu seinen Auftritten in New York oder London. Am Sonntag nun tritt er um 23 Uhr im „Weekend“ am Alexanderplatz auf. Das Motto passt ganz gut ins Jubiläumsjahr: „Das Wunder von Berlin“. Seine Gage will der DJ der Berliner Aidshilfe spenden.

Wenn Paul van Dyk, geboren in Eisenhüttenstadt, an das Jubiläumsjahr denkt, kommen noch viel mehr Erinnerungen in ihm hoch. „Am meisten hat mich der Abschied von meinen Freunden geprägt. Ich hatte ja gedacht, wir würden uns nie wiedersehen.“ Leider habe er durch den inneren Abstand nie wieder eine wirkliche Nähe zu ihnen aufbauen können. Nur zu zwei Lehrern habe er heute noch regelmäßigen Kontakt.

1991 legte der DJ zum ersten Mal im legendären Club „Tresor“ auf, damals noch an der Leipziger Straße. In den nächsten Jahren folgten Auftritte außerhalb Deutschlands und schließlich weltweit. Und im Jahr 2006 wurde van Dyk für sein politisches und soziales Engagement mit dem Verdienstorden des Landes Berlin geehrt, der vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) im Roten Rathaus verliehen wurde. 2008 wurde er bei den International Dance Music Awards gleich dreimal ausgezeichnet. Und was macht er am 20. Jahrestag des Mauerfalls? Haben sich die Kumpels schon angekündigt und wollen alle ein warmes Bett haben, weil die Hotels so voll sind? Das weiß van Dyk noch nicht. Vielleicht muss er ja auch während der Jubiläumsfeierlichkeiten auflegen. 

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