Maxi und Schnute : Berliner Stadtbären könnten die Hauptstadt verlassen

Die beiden Braunbären Maxi und Schnute, die Wappentiere Berlins, werden womöglich nach Mecklenburg-Vorpommern umziehen – dort steht ihnen ein artgerechteres Gehege zur Verfügung. Doch noch scheint nichts spruchreif, die Entscheidung fällt wohl im Herbst.

Svenja Ziegert
Maxi und Schnute, die Berliner Wappenbären, sollen umziehen. Foto: dpa
Maxi und Schnute, die Berliner Wappenbären, sollen umziehen.Foto: dpa

Die beiden Stadtbären Maxi (23) und Schnute (28) sollen möglicherweise ihren Zwinger am Köllnischen Park verlassen – und könnten eine neue Heimat außerhalb der Stadt finden. Dies bestätigte der Bezirksstadtrat für Soziales und Bürgerrechte, Stephan von Dassel. Bisher sei noch nichts beschlossen. Es habe lediglich Gespräche zwischen dem Bezirksamt und dem Landestierschutzbeauftragten, Klaus Lüdcke, gegeben, diese seien aber „ergebnisoffen“ geführt worden und sollen erst im kommenden Herbst fortgesetzt werden. Noch sei keine Entscheidung zur Ausquartierung gefallen.

Es gibt Überlegungen, die beiden Tiere nach Mecklenburg-Vorpommern in den Bärenwald Müritz am Plauer See umzusiedeln. Eine Sprecherin des Tierschutzvereins „Vier Pfoten“, zu dem das Areal gehört, bestätigte, dass entsprechende Verhandlungen aufgenommen wurden.

Der Disput um die artgerechte Haltung der Berliner Wappentiere schwelt schon lange, Tierschützer fordern seit Jahren mehr Platz für die Bären. Der 480 Quadratmeter große Zwinger am Köllnischen Park in Mitte, der 1939 eingeweiht wurde, steht aber unter Denkmalschutz und kann deshalb nicht erweitert werden. Auch die Grünen-Tierschutzexpertin Claudia Hämmerling befürwortet einen Umzug der Bären. „Es ist an der Zeit, die beiden woanders unterzubringen. Im Bärenwald Müritz hätten sie es einfach besser“, sagte sie am Dienstag. „Momentan haben sie zu wenig Platz. Die Berliner sollten ihren Bären doch einen besseren Lebensabend gönnen.“ Die Vorsitzende des Vereins Berliner Bärenfreunde, Christa Jung, ist über die Verhandlungen hingegen gar nicht erfreut. „Den Bären geht es hier gut“, erklärt sie. „Ihre Haltung entspricht dem aktuellen Artenabkommen für Säugetiere. Natürlich sind die Umstände nicht ideal, aber das, was für die Bären gemacht werden kann, wird gemacht. Diese Diskussion wird viele erschüttern. Die Berliner sollten um ihre Bären kämpfen. Wenn die Tiere einmal weg sind, sind sie weg. Wir hoffen, dass die Bären hier bleiben dürfen.“

Seit 1981 lebt Schnute nun schon am Köllnischen Park; ihre Tochter Maxi wurde hier 1986 geboren. Früher teilte sich die Bärenfamilie das bescheidene Areal sogar noch zu dritt; Braunbär Tilo musste im April 2007 allerdings nach einem Krebsleiden eingeschläfert werden.

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