Stadtleben : Meilen, Musik und Metropolen

Seit 40 Jahren verbindet Los Angeles und Berlin eine Städtepartnerschaft Derzeit besuchen Gäste aus den Vereinigten Staaten die deutsche Hauptstadt

Annette Kögel

Ungewohnt klingt das, Informationen über die Heimatstadt mal auf Englisch zu lesen: „Berlin is located in Central Europe in Germany, 34 meters above sea level, at the rivers Spree and Havel“. Die Infos stehen auf der Homepage des „Sister City Committee“ aus Los Angeles, des Vereins, der sich in Kalifornien um die Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Los Angeles kümmert. Dieses Jahr besteht die älteste Städteverbindung Berlins seit 40 Jahren, und das ganze Jahr über wird in den 5759 Meilen entfernten Metropolen gefeiert. Am heutigen Dienstag zum Beispiel besucht Gray Davis, früherer Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien, mit einer Delegation das Labyrinth-Kindermuseum in Wedding. Gezeigt werden dort vom 13. September an Bilder von Kindern aus Berlin und LA – und vor dem Museum soll als Zeichen der Freundschaft ein Baum gepflanzt werden. Die Aktion folgt einem guten Beispiel: Im Griffith Park nahe Hollywood gibt es sogar einen „Berlin Forest“. Im Labyrinth kann man sehen, wie Kinder der Wilhelm-Hauff-Grundschule aus Wedding und der Ivanhoe Elementary School aus LA ihren Alltag in Schule und Familie erleben.

Neben dem Amtsvorgänger Arnold Schwarzeneggers sind Tom LaBonge, Stadtrat und „Sister City Committee“- Triebfeder, sowie Vereinschefin Rosemarie Reisch zu Gast. Heute Nachmittag wollen sich die Besucher im Roten Rathaus ins Gästebuch eintragen. Gut 30 Amerikaner weilen seit dem Wochenende in Berlin. Sie unternahmen bereits einen Bootsausflug, eine Radtour, waren gestern in der Amerika-Gedenkbibliothek und im Jüdischen Museum. „Berlin ist immer noch eine sehr spezielle Stadt, ich hoffe, dass noch mehr Amerikaner hierherkommen können“, sagt Tom LaBonge.

Die freundschaftlichen Bande, betonte Berlins Bürgermeister schon bei seinem Besuch in LA im Frühjahr, seien auch ein besonderes Zeichen für die Verbindung mit den USA – unterzeichnet wurde der Vertrag am 27. Juni 1967 während der Filmfestspiele. Seitdem haben unzählige Austauschprojekte die Menschen nähergebracht, auch dank des Engagements der Checkpoint Charlie Stiftung. Eine weitere Veranstaltung findet vom 14. bis 30. September statt. Dann präsentieren sich Künstler aus den Bereichen Musik, Sound-Design und Visual Arts beim „Festival Interface“ im Ballhaus Naunynstraße in Kreuzberg. Besuch erwünscht.

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