Meine 7 Sommersachen : Das Ding mit dem Blubb

Was wäre ein Sommer ohne … Taucherbrille und Schnorchel? Eine trockene Sache. Martin Fischer ist am liebsten unter Wasser und hat ein Herz für Anfänger: Er gibt Schnorchelkurse

Eva Kalwa
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Flossen hoch. Martin Fischer ist seit seiner Kindheit passionierter Taucher. Er hilft auch Anfängern in die Tiefe: Mit...Foto: Kai-Uwe Heinrich

Manchmal muss das Mundstück des Schnorchels ausgewechselt werden, dann, wenn die Beißwarzen durch sind. „Kann schon mal vorkommen, dass jemand beim Schnorcheln vor Freude den Gummi kaputt beißt, weil er gerade einen großen Hecht entdeckt hat“, sagt Martin Fischer grinsend. Der 24-Jährige kennt die Problemchen. Er ist passionierter Taucher, Mitinhaber des Familienbetriebes Action Sport Berlin in Karlshorst, eines Geschäftes für Taucherbedarf und -reisen. Seit mehreren Jahren ist er Tauch- und Schnorchellehrer und ständig auf dem Sprung zu irgendwelchen Exkursionen: gerade eben zieht es ihn für eine Woche zum Lehrgang in einem klaren österreichischen Bergsee. Gefährlich? Da kann er nur lachen.

Martin Fischer hat seinen ersten Tauchgang mit Geräten mit sechs absolviert. Wann davor er mit dem Schnorcheln begonnen hat, weiß er schon gar nicht mehr. „Ich habe als Kind schon früh Gruppenreisen nach Ägypten mitgemacht und dort beim Schnorcheln die Riffe beobachtet“, erzählt er.

Aber in den Seen rund um Berlin gibt es auch jede Menge zu entdecken, findet der Profi: einen Schwarm Barsche, einen Hecht in Lauerstellung oder Wasserpflanzen, die Namen tragen wie Armleuchteralgen oder Hornkraut. Das kann jeder – mit Hilfe von Tauchermaske, Schnorchel und Flossen, der sogenannten ABC-Ausrüstung. Zu erlernen an einem Tag bei Fischers Schnorchelkursen.

Damit sie länger im Wasser des Werbellinsees in der Schorfheide oder im Schwimmbecken des FEZ in der Wuhlheide bleiben können, ziehen die Teilnehmer dünne Neoprenanzüge an. „Außerdem schützen die Anzüge vor den UV-Strahlen, denen der Rücken eines Schnorchlers oft lange ausgesetzt ist.“ Na gut, klaustrophobisch veranlagt sollte man bei diesen Hüllen besser nicht sein. Der aufgeschäumte Gummi saugt sich mit Wasser voll und schränkt die Bewegungsfreiheit ziemlich ein, was manche Teilnehmer als unangenehm empfinden. Hinzu kommt, dass man mit der Tauchermaske aus Silikon auf der Nase nur durch den Mund atmen kann. Das kann im ersten Moment beklemmend wirken.

Das Guckloch der Maske ist bei den besseren Modellen mit Sicherheitsglas bestückt, das ist weniger kratzempfindlich als Plexiglas. Damit die Taucherbrille nicht beschlägt, hat Fischer zwei Tipps: Neue Masken von innen mit Zahnpasta einreiben, zehn Minuten antrocknen lassen und dann ausspülen. Das entfernt den Silikonfilm und verhindert null Durchblick beim ersten Tragen. Danach helfen nur Antibeschlagspray oder Spucke. „Aber die Maske muss beim Reinspucken unbedingt trocken sein.“ Keinesfalls vorher noch ins Wasser tauchen! Und wie verhindert man, dass Wasser eindringt? Auch dazu fällt Martin Fischer was ein: Schuld seien meist nur ein paar Haare unter der Dichtlippe der Maske. Die ist eigentlich so konzipiert, dass sie von selbst für einen perfekten Sitz sorgt – man muss den Gummi also nicht festzurren, bis der Hinterkopf schmerzt. „Tauchen ist mein Leben“, stellt Martin Fischer fest. Nichts Schöneres gibt es für ihn als Tauchreisen in ferne Länder. Beim Sport hat er auch seine Freundin Juliane kennengelernt. Abenteuer unter Wasser – welches würde ihn denn da noch reizen? „Da gäbe es noch einiges“, sagt er und die Augen leuchten. „Einem Walhai, dem größten bekannten Fisch, zu begegnen. Zu den Galapagosinseln zu reisen. Und einmal in Norwegen mit Orcas tauchen.“ Genau. Jeder hat mal im Sportschwimmbecken angefangen.

Action Sport Berlin, Ehrlichstraße 15, Karlshorst. www.action-sport-berlin.de

In der nächsten Folge am Dienstag, 11. August, geht es ums luftige Shirt

HEUTE NUMMER 3

Schnorchel und Brille

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