Messe : Jetzt ist wieder Land in Sicht unterm Funkturm

Die 73. Grüne Woche hält Überraschungen bereit. 1610 Aussteller aus 52 Ländern sind zu Gast und mehr als 400.000 Besucher werden erwartet. Partnerland ist dieses Jahr die Schweiz.

Katja Reimann
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Morgen beginnt die Grüne Woche auf dem Messegelände unterm Funkturm, und zur Vorspeise gibt es heute: Zahlensalat. Die Messe findet bereits zum 73. Mal statt, 1610 Aussteller aus 52 Ländern sind zu Besuch, 115.000 Quadratmeter misst die Ausstellungsfläche in den 26 Messehallen, und mehr als 400.000 Besucher werden vom 18. bis zum 27. Januar erwartet. Beeindruckend. Aber noch viel beeindruckender ist diese Zahl: 1400 Kilogramm. So viel wiegt der Bulle aus Bayern, den sein Besitzer extra aus dem tiefen Süden zur Tierschau nach Berlin gekarrt hat. Anderthalb Tonnen!

Neben dem riesigen Rind dürfte auch ein weiterer Stand in diesem Jahr viele Besucher anlocken – vor allem nach dem Erfolg der Kinokomödie „Ratatouille“: Am Stand der Interessengemeinschaft Farbratten auf der Teilmesse „Heim-Tier und Pflanze“ wuseln die Nager dutzendweise und in gleich 20 verschiedenen Farben – zum Beispiel in Havanna, Topaz, Mink, Blesed, Russisch und Englisch Blau. Mit dabei sind auch Dumboratten mit riesigen Ohren und schicke Satinratten.

Auch unter den ausländischen Ausstellern gibt es Neuheiten: Aserbaidschan, die kleine Republik am Kaspischen Meer, ist zum ersten Mal auf der Messe dabei. Aserbaidschan ist nur ein bisschen größer als Österreich, gekocht wird ähnlich wie in der Türkei – zum Beispiel gefüllte Weinblätter. Offizielles Partnerland der Grünen Woche ist in diesem Jahr aber die Schweiz. Und die präsentiert in Halle 17 nicht nur allerlei Käse und Weinsorten, sondern verkauft auch echt schweizerische Souvenirs: vom berühmten Taschenmesser bis hin zur extra für die Grüne Woche hergestellten und limitierten Uhrenedition zum Thema „Grüezi Berlin“. Kostenfrei gibt es Rezeptkarten für original schweizerische Gerichte – etwa für die „Handtüechli Pasta“.

Wie Kopfsalat und Radieschen vom Acker ins Regal des lokalen Supermarktes kommen, wird auf dem Erlebnisbauernhof der Messe gezeigt. Die Rewe- Gruppe ist erstmals mit einem großen Stand präsent – wie viele andere Einzelhändler auch. „Die Entwicklung der Woche im Ernährungsbereich ist besonders bemerkenswert“, sagt Messe-Sprecher Wolfgang Rogall. „Die Lebensmitteleinzelhändler entdecken gerade die Messe für sich.“ Auch das Thema „Klimawandel“ wird Aussteller und Besucher beschäftigen. So gibt es etwa eine neue Ausstellung zum Thema „Zukunft Holz“ über die Vorteile des nachwachsenden Rohstoffs. Um „internationale Rohstoffe“ geht es auch bei der internationalen Agrarministerkonferenz, die am 19. Januar erstmalig im Rahmen der Grünen Woche stattfindet. „In den kommenden Jahren wird dies einer der Hauptdiskussionspunkte für Landwirte sein“, meint Rogall.

Die Messe hat vom 18. bis 27. Januar täglich zwischen 10 und 19 Uhr geöffnet (Ausnahmen: Am 25. ist bis 21 Uhr offen). Tageskarten kosten 12 Euro, Schüler und Studenten zahlen die Hälfte. Dauerkarten gibt’s für 35 Euro. Weiteres zur Grünen Woche gibt es in der heutigen Ausgabe des Tagesspiegel auf Seite 23.

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