Mitfahrzentrale : Für 50 Cent durch Berlin

Zwei Jungunternehmer haben im Internet eine innerstädtische Mitfahrzentrale gegründet.

Anja Sokolow
Mitfahren Foto: promo
Die Gründer. Paul Vierkant (l.) und Daniel Auener hatten die Idee zum Mitfahrportal. -Foto: promo

Klar, die gute, alte Mitfahrzentrale kennt jeder: Man trifft sich irgendwo an der Tankstelle, kurzes Hallo, dann wird der Rucksack in den Kofferraum des fremden Autos geworfen, und ein paar Stunden später ist man am Ziel. Nicht immer bequem, aber auf alle Fälle für kleines Geld.

Dieses Konzept haben zwei junge Berliner jetzt geklaut und wenden es auf das Stadtgebiet an. „Citypendler“ nennen die Unternehmer ihre innerstädtische Mitfahrzentrale. Daniel Auener, 26 Jahre alt und einer der Macher, bietet die etwa neun Kilometer von der Schöneberger Leberstraße bis zum Gebäude der Technischen Universität in der Franklinstraße für 50 Cent an. In seinem VW-Transporter hat er Platz für fünf Mitfahrer.

Entstanden ist die Idee, als die BVG mal wieder streikte und so mancher Probleme hatte, ans Ziel zu kommen, während viele Autos leer waren. Vor einigen Tagen wurde das Internetportal www.citypendler.de freigeschaltet. Und das funktioniert so: Auf der integrierten „Google Maps“-Karte – einem Stadtplan samt hoch aufgelöster Satellitenbilder – stellt der Fahrer die Haltestellen seiner Route zusammen. „Dazu kann er die Fahrtzeit, den Preis und die Anzahl der Plätze eingeben, speichern, und schon kann die Route von potenziellen Mitfahrern gefunden werden“, sagt der Informatik-Student Auener. Umgekehrt können Mitfahrer auch nach Anbietern suchen.

Was „Citypendler“ von anderen Mitfahrbörsen unterscheidet, ist, dass die Nutzer genaue Treffpunkte auf der Karte markieren können. Weil man nicht unbedingt einen Fahrer oder Mitfahrer findet, der im selben Haus wohnt, wurde eine Umkreissuche integriert. Den Preis legt der Fahrer fest. Die beiden Gründer stecken große Hoffnungen in das Vorhaben. In Deutschland gebe es etwa 20 Millionen Pendler, die täglich weniger als 25 Kilometer pro Strecke fahren. Dies sei die Zielgruppe für das Portal, sagt der Geisteswissenschaftler Paul Vierkant, der zweite Macher der Seite. Auch er ist 26 Jahre alt.

Geplant ist künftig zusätzlich die kostenlose Vermittlung von Fahrgemeinschaften per SMS. Außerdem denken die beiden Jungunternehmer an eine Kombination der Plattform mit Navigationsgeräten und Handys. Man könne sich die Fahrtrouten aus dem Internet auf das Navigationsgerät im Auto oder auf das Handy laden. Mit dem Verkehrsclub Deutschland und dem Bund der Energieverbraucher haben die Gründer auch schon einen Kooperationspartner an ihrer Seite.

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