Mitte : Olli Schulz lädt zur Neujahrsrevue in die Volksbühne

Am Freitag lädt Olli Schulz zur Neujahrsrevue in die Volksbühne. Heike Makatsch kommt zum Duett.

Lydia Brakebusch
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Gastgeber. Olli Schulz’ Abend in der Volksbühne beginnt am Freitag um 20 Uhr. Eigentlich ist die Veranstaltung ausverkauft, um 19...

Nein, man muss das Haus am Neujahrstag nicht verlassen. Wirklich nicht. Man kann es machen wie jedes Jahr: Buchstabensuppe löffeln, die ersten Aspirintabletten in den vom Brand trockenen Mund schieben und den Fernseher anschmeißen, das „Traumschiff“ und „Robin Hood – König der Diebe“ stehen zur Auswahl. Kann man alles machen. Aber schade wäre es schon.

Denn am Abend, wenn die Lebensgeister zurückkehren, die Stadt wieder ihre Lichter anknipst, beginnt in der Volksbühne die alljährliche Neujahrsrevue – mit einem Programm, das die Kopfschmerzen sanft hinwegdudelt und die zehner Jahre, die noch am Morgen so befremdlich schienen, in eine rosa Wolke aus Optimismus hüllt. Zeremonienmeister dieses gemeinschaftlichen Freudentaumels ist Liedermacher Olli Schulz. Der Hamburger und Wahlberliner, der mit Tomte-Drummer Max Schröder als Duo „Olli Schulz und der Hund Marie“ feinen Indiepop zaubert, hat in diesem Jahr sein erstes Soloalbum „Es brennt so schön“ veröffentlicht. Und weil er nicht nur Max Schröder und dessen Gattin Heike Makatsch, sondern noch viele andere auftrittswillige Menschen kennt, steht in der Volksbühne ein ganzer Reigen deutscher Musiker auf der Bühne: Gisbert zu Knyphausen, Niels Frevert, der Hund Marie und Elke Brauweiler – bekannt als Sängerin der Berliner Popgruppe Paula – gestalten unter anderen den Abend mit.

Vor zwei Wochen schon glänzte der Gastgeber in seiner Heimatstadt Hamburg mit dem Programm „Weihnachten mit Olli Schulz“, dort zählten auch Bela B. und Heinz Strunk zu den Gästen – stattdessen gibt es in der Berliner Neujahrsvariante Max Herre zu hören. Trotz all der Prominenz gibt sich Olli Schulz am Telefon gewohnt bescheiden: „Es wird an diesem Abend keine Superlative geben und auch keine Feuerschlucker, wir wollen ganz entspannt ins neue Jahr überleiten.“ Schließlich ist mancher Zuhörer noch im Silvesterrausch – für den Conferencier des Abends ein nicht nachvollziehbarer Zustand: „Ich feiere nicht. Ich finde Silvester scheiße. Und Weihnachten auch.“ Es gab auch schon Neujahrsauftritte in der Volksbühne, denen man das Datum auf launige Weise anmerkte: Peter Licht unterbrach im vergangenen Jahr sein „Lied vom Ende des Kapitalismus“ mit den Worten „Ich weiß gerade nicht, wie es weitergeht“. In diesem Jahr gibt es also einen ausgeschlafenen Olli Schulz zu sehen, der auch zum musikalischen Programm beiträgt: Neben Solostücken sind zwei Duette mit Heike Makatsch geplant. Die Titel will er nicht verraten. Doch man darf sicher hoffen, dass seine Single „Mach den Bibo“ anklingt, die selbst den müdesten Zuschauer dazu bringt, mit dem Kopf zu wackeln oder verhalten den Takt auf die Knie zu klopfen.

Wie es sich für diesen festlichen Anlass gehört, gibt es auch ein Streichquartett, schnieke Garderobe ist also durchaus angemessen: „Zieht Euch was Schönes an und genießt einen Abend voll wunderschöner Musik!“, schreibt Schulz auf seiner Homepage. Ein Dresscode, den er für sich und seine Gäste nicht beansprucht – zumindest nicht den ganzen Abend über, denn es ist versprochen: „Natürlich werden wir gemeinsam zum großen Finale im Bademantel auf der Bühne stehen.“ Das hat Stil.

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