Mode : Fashion Week: Kleider ohne Grenzen

Morgen beginnt die Fashion Week. Bei welchen Schauen, Ausstellungen und Partys man auch ohne Einladung reinkommt.

Grit Thönnissen

Es ist Fashion Week und keiner darf hin? Wer sich in den nächsten vier Tagen in den Zelten am Bebelplatz die Mode-Entwürfe für nächsten Sommer anschauen will, braucht eine persönliche Einladung. Und die bekommen nur ganz wenige. Doch keine Angst: Auch für alle anderen gibt es genug Mode zu sehen. Überall in der Stadt finden Ausstellungen, Schauen und Straßenfeste statt.

„Wir sind der Spaßfaktor der Fashion Week“, sagt Christoph Steinweg, und das voller Ernst. Er hat das Straßenfestival „Wedding Dress 3“ für die Wohnungsbaugesellschaft Degewo organisiert. 120 Designer hat er eingeladen, am Sonnabend und Sonntag ihre neuen und alten Kleider in der Brunnenstraße in Wedding zu verkaufen. „Wir wollten uns nicht zurückziehen und Champagner trinken, sondern zusammen mit den Nachbarn feiern.“ Deshalb kommen auch fünf der zwölf Musikbands aus dem Kiez. Die einzige Modenschau dort ist voll aus dem Leben gegriffen. Zwei Wochen lang hat Darryl Natale die bestangezogensten Berliner auf der Straße gecastet. Eigentlich fotografiert der Kanadier gut gestylte Menschen für seine Stilblogseite www.streetclash.blogspot.com, am Sonntag kann man seinen Models um 15 und 16 Uhr beim Flanieren an der Brunnenstraße 65 zuschauen.

Der Berliner Modenachwuchs hat sich rund um die Friedrichstraße versammelt: Im Kaufhaus „Galeries Lafayette“ hängen bis zum 26. Juli die Kollektionen von 13 teils schon bekannten Berliner Labels, darunter C.Neeon, von Wedel & Tiedeken und Pulver. Gleich drei Modeschulen stellen auf dem Boulevard Unter den Linden aus. In der Hausnummer 10 sind Skizzen, Fotografien und Entwürfe von Studenten der Kunsthochschule Weißensee zu sehen, Esmod zeigt in der Nummer 13 das Wohltätigkeitsprojekt „Collection of Hope“ für Afrika und Entwürfe der Absolventen, die schon bei der Esmod-Modenschau am vergangenen Freitag gezeigt wurden. In der Buchhandlung „Berlin Story“, Unter den Linden 26, sind Semesterarbeiten von Schülern der Akademie Mode & Design zu sehen.

Wem Mode allein zu langweilig ist, kann sich eine der vielen Ausstellungen anschauen: Bei der Berliner Designplattform Create Berlin in der Wallstraße 16 steht die Installation „Fleet Being“, die Mode mit Architektur und Kunst verbindet. Konzipiert hat sie Mischa Woeste, die ihr Label Smeilinener auch auf der Fashion Week vorstellt. Und was Kati Schröder zu der Bademode auf Emil Noldes Gemälde „Badestrand“ eingefallen ist, zeigt die Nolde-Stiftung in der Jägerstraße 55 in Mitte.

Wer zwischendurch eine Pause vom Thema Mode braucht, dem sei „Friday13th“ empfohlen: Die drei Kuratorinnen, die alle in der Modebranche arbeiten, haben eine Ausstellung zur Fashion Week zusammengestellt, in der es gar keine Mode zu sehen gibt, sondern Kunst von sieben jungen Künstlern. Bei „Friday13th“ können sich die Schauenbesucher vom Lärm der Mode erholen. Das Motto lautet „Romantik“ und passt sehr gut zum Kronprinzenpalais Unter den Linden und seinem verwunschenen Garten. Hier steht auch die Metallskulptur mit irisierender Oberfläche von Jan Scharrelmann, an die man sich mit einem kühlen Getränk lehnen kann. Und auf der Terrasse grillt das Team vom Grill Royal ab morgen Mittag Hummerschwänze. DJs legen Musik auf, drinnen sind Bilder und Installationen zu sehen.

Außerdem lädt der „Broken Hearts Club“ morgen um 19 Uhr in das Kronprinzenpalais. Schon eine Stunde vor Mitternacht ist Schluss. So sind die Modeleute wenigstens fit für die Schau am nächsten Morgen.

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