Mode : Wolfgang Joop fotografiert seine Kollektion

Wolfgang Joop hat für das neue Zitty-Modebuch erstmals seine von Topmodel Luca Gadjus präsentierte Kollektion fotografiert und findet das Ergebnis toll.

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Foto: ddp

Viele große Modedesigner sind irgendwann unter die Fotografen gegangen. Das ist nicht überraschend – Mode wird auch in Zeiten des Internets schließlich immer noch hauptsächlich durch Fotos vermittelt. Viele Modeschöpfer denken daher schon beim Entwerfen daran, wie ihre Kreationen auf Fotos wirken werden. Dass sie dann auch selbst die Kamera in die Hand nehmen, liegt nur nahe.

Wolfgang Joop hat es mit seinen Modezeichnungen zwar mittlerweile sogar ins Museum geschafft, im Gegensatz zu Karl Lagerfeld versuchte er sich bisher aber nie als Modefotograf. Das Berliner Stadtmagazin Zitty konnte Joop jetzt dazu bewegen, für sein neues Modebuch die Kollektion seines Luxuslabels „Wunderkind“ selbst zu fotografieren. Dem Designer hatten die ersten beiden Ausgaben des Zitty-Modebuchs so gut gefallen, dass er spontan zusagte, als die Redakteure bei ihm anfragten, ob er nicht das Titelfoto der neuesten Auflage schießen wolle. Zudem fand er wohl die Idee sympathisch, auch einmal Teil einer Produktion zu sein, die für seine Begriffe „Low-Budget“ ist.

So ungewöhnlich wie die Tatsache, dass Wolfgang Joop selbst fotografierte, war auch die Bühne, auf der die Fotos entstanden. Der Modeschöpfer lud nämlich alle Beteiligten in seine Villa Wunderkind nach Potsdam ein. Dort entstanden die Aufnahmen im Foyer, von dem aus man durch große Fenster auf die Idylle des Heiligen Sees blickt. Die beiden Seiten des Wolfgang Joop, einerseits die persönliche Verbundenheit zum preußisch-gediegenen Umfeld seines Wohnortes Potsdam, in dem er sich zu Hause fühlt, andererseits sein Schaffen in der internationalen avantgardistischen Modeszene, trafen hier aufeinander. Für sein Label „Wunderkind“ ist ihm Berlin nämlich zu klein. Das zeigt er nicht etwa auf der hiesigen Fashion Week, sondern in Paris, der Modemetropole, die Berlin in Sachen Stil nach wie vor einiges voraushat.

Durch die Fotos bekommt „Wunderkind“ nun aber ein Berliner Gesicht. Getragen werden Joops Entwürfe auf den Fotos von Topmodel Luca Gajdus. Die ist zwar längst ein internationaler Star, lebt aber ganz bodenständig in Prenzlauer Berg. Bereits im vergangenen Jahr hatte sie der Berliner Mode ihr Gesicht geliehen. Da zierte ein Selbstporträt von ihr den Titel des vorherigen Zitty-Modebuchs.

Diesmal durfte sie nun die tragende Rolle bei Wolfgang Joops Fotoshooting spielen. Der fühlte sich bei seinem Ausflug in ein neues kreatives Betätigungsfeld sichtlich wohl. Er erzählte Anekdoten aus seinem bewegten Leben, dirigierte sein Motiv, als hätte er nie etwas anders getan, und war am Ende auch mit der eigenen Arbeit rundum zufrieden: „Toll die Fotos, ein Traum!“, sagte er dem Team nach einem Blick auf sein jüngstes Werk.

Die Bilder zieren das gesamte Modebuch, nicht nur den Titel. Die ganze Fotostrecke gibt es im Heft zu sehen, begleitet von einem Interview mit Wolfgang Joop. Außerdem werden 73 Designer und 45 Modeshops sowie die wichtigsten Köpfe der Berliner Modewelt vorgestellt. Dazu gibt es zahlreiche Interviews und Hintergrundgeschichten. Gestaltet wurde das Buch wieder von Mario Lombardo.Zitty-Modebuch 2010/2011, Großformat, Deutsch/Englisch, 208 Seiten, 12,50 Euro, ab 2. Juli am Kiosk, im Buchhandel und auf den großen Modemessen

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