Modemesse : Bread & Butter zurück nach Berlin?

Die Modemesse Bread & Butter wird voraussichtlich von Barcelona nach Berlin zurückkommen. Schon im Sommer könnte es einen Neustart geben - auf dem Gelände des Flughafens Tempelhof.

Grit Thönnissen
Bread & Butter
Catwalk auf der Bread & Butter in Berlin 2006: Kommt die Modemesse nun zurück an die Spree? -Foto: dpa

Barcelona/BerlinBald wird in Tempelhof Mode gemacht. Das Gerücht hält sich schon länger hartnäckig: Karl-Heinz Müller will mit seiner Modemesse Bread & Butter zurück von Barcelona nach Berlin und schon im Sommer im ehemaligen Flughafen ausstellen. Richtig konkret wurde es gestern am ersten Messetag in der katalanischen Hauptstadt. Die dortige Presse munkelte über den Abgang der Messe, die dort seit Juli 2005 angesiedelt ist, und verbreitete mit der Nachricht Angst und Schrecken. Fast 90.000 Besucher kamen zu den letzten Veranstaltungen, ein gutes Geschäft für Hotels, Restaurants und Taxis. Wenn die Besucher und ihre Spesen wegblieben, wäre das ein Schlag für Barcelona, denn in Spanien macht sich die Wirtschaftskrise bereits bemerkbar.

Für Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und seinen Wirtschaftssenator Harald Wolf wäre die Rückkehr der Bread & Butter ein großer Erfolg und eine Stärkung des Modestandorts. Allerdings will man im Wirtschaftssenat die Gerüchte nicht kommentieren. Da sich aber keiner zu einem klaren Dementi aufrafft, klingt alles nach einer neuen Nutzung Tempelhofs. Darauf deutet auch hin, dass Karl-Heinz Müller genau dort für kommenden Mittwoch eine Pressekonferenz anberaumt hat.

Daran, dass Müller aus Tempelhof einen funktionierenden Veranstaltungsort machen könnte, bestehen in der Branche wenig Zweifel. Immerhin hat die Bread & Butter das stillgelegte Siemens-Kabelwerk in Spandau zwei Jahre mit Erfolg genutzt, bis die Industrieanlage dem Andrang der Modewelt nicht mehr standhielt. Außerdem wünschen sich deutsche Modemarken und auch Einkäufer schon lange wieder einen Standort in Deutschland. Müller soll auch Gespräche mit Istanbul und Moskau geführt haben. Aber richtig weg war er ja nie aus Berlin, spätestens seit er im Sommer aus dem Lokal „Schwarzer Raben“ in Mitte seinen Vorzeigejeansladen „14 Oz“ machte.

Im Januar 2003 legte Müller gleich zeitig mit Anita und Norbert Tillmann von der Modemesse Premium den Grundstein für die Modestadt Berlin. Aber im Gegensatz zu den Machern der Premium gab er der Stadt keine Chance, sich weiterzuentwickeln. Als er mit dem Tagesspiegel im November 2006 über seinen Weggang aus Berlin sprach, sagte er: „Ich denke, das war’s. Das können die anderen Modeveranstaltungen nicht auffangen.“

Von 28. Januar bis 1. Februar findet zum vierten Mal die Mercedes-Benz- Fashion-Week mit eigenem Schauenkalender statt, auf dem vor allem deutsche Designer stehen. Gleichzeitig läuft die Premium, auf der rund 800 Marken präsent sind. Auch Anita Tillmann freut sich über die Nachricht, dass Müller zurück will: „Aus Sicht des Einkäufers ist es perfekt. Was Berlin braucht, ist ein langfristiges Engagement.“ Bis morgen wird es ein Gerücht bleiben, dann will Karl-Heinz Müller in Barcelona verkünden, wo die Bread & Butter in Zukunft stattfindet. Schon in der nächsten Woche wird er mit einer Minimesse bei der Berliner Fashion Week dabei sein. 15 Marken zeigen in einer Altbauwohnung ihre Kollektionen für den Winter.

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