MTV Award : Stars und Strapse

Von Beyoncé bis Shakira: In der O2-Arena gaben sich die Hitparadengrößen das Mikro in die Hand. Hinterher feierten sie streng abgeschirmt weiter

 Sonja Pohlmann
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Rotphase. Sängerin Beyoncé tanzte luftig bekleidet über die Bühne der O2-Arena. Die Outfits ihrer Mützen-Mädchen sahen aus, als...Foto: dpa

Es war nur wenige Sekunden, bevor die MTV Europe Music Awards aus der O2-Arena live auf Sendung gingen und der Frotmann der Band Green Day ins Mikrofon brüllte: „Get your ass off, Berlin!“ Und Berlin gab alles. Das extra auf seine Kreischkünste hin gecastete Publikum vor der Bühne brüllte, selbst auf den Rängen des VIP-Bereichs blieb kaum ein Zuschauer sitzen. Alle feierten die aus aller Herren Länder angereisten Musikstars. Und es kamen so viele, dass auf dem roten Teppich ein kleiner Stau entstand. Schuld daran war auch David Hasselhoff, der es genoss, ausnahmsweise nicht für seinen Alkoholkonsum von der Presse beachtet zu werden. Er tauschte für seinen Auftritt sogar die abgewetzte Lederjacke gegen eine schwarze Glitzerjacke. Hinter der Bühne warteten Make-up-Experten unter anderem mit 600 Paar künstlichen Wimpern, um Stars wie Joss Stone und Model Bar Rafaeli ultimative Klimperwimpern zu verpassen.

Kein Zweifel, für ihren Auftritt beim renommierten Musikpreis in Berlin hatten sich die Stars besonders glamourös aufgehübscht. Schließlich sahen ihnen nicht nur 9000 Promis und Fans in der O2-Arena in Friedrichshain zu, sondern Musikfans aus der ganzen Welt. In weltweit 532 Millionen Haushalte waren die MTV-Awards aus der deutschen Hauptstadt live zu empfangen .

Dass der Preis hier vergeben wurde, war gleich aus zwei Gründen von besonderer Bedeutung: Erstens waren die MTV Awards 1994 in Berlin zum ersten Mal gefeiert worden. Damals mit 2500 Gästen in einem riesigen Zelt am Brandenburger Tor. Die zweite Besonderheit: Eigentlich wird der Musikpreis nie zweimal in derselben Stadt vergeben. Doch bei Berlin machte der Sender eine Ausnahme. Im 20. Jahr des Mauerfalls setzte der Sender auf die besondere Symbolkraft der Stadt und wählte erneut das Brandenburger Tor als historische Kulisse. Die Band U2 gab hier ein umjubeltes Gratiskonzert für 10 000 Fans, das zeitversetzt in die O2-Arena geschaltet wurde und damit auch für die Fernsehzuschauer weltweit zu sehen war. SängerBono begrüßte die begeisterte Menge auf Deutsch mit den Worten: „Berlin, Du bist wunderbar!“ Als Überraschungsgast stieg der US-Rapper Jay-Z auf die Bühne und sang zusammen mit Bono Bob Marleys Reggae-Hit„Get Up, Stand Up“. Vom Brandenburger Tor war U2 dann in die O2-Arena geeilt, um sich den Preis für den besten Live-Auftritt abzuholen. Der Auftritt der Rockband war jedoch nur einer der vielen Höhepunkte der Show.

Moderatorin Katy Perry hatte schon zuvor angekündigt, „unanständig“ mit viel Haut begeistern zu wollen – und kam unter anderem in schwarzen Strapsen und enggeschnürter Corsage auf die Bühne. Nicht weniger sexy folgte ihr Sängerin Beyoncé, die sich vor einem roten Riesenherz räkelte – und später einen MTV Award als „beste Sängerin“ entgegen nahm. Am Ende war sie mit drei Preisen die Abräumerin des Abends. Ihr Mann, der Rapper Jay-Z, musste auf diesen Erfolg nicht eifersüchtig sein, er wurde mit einem Award in der Kategorie „Urban“ ausgezeichnet. Die mit fünf Kategorien als Favoritin gehandelte Lady Gaga („Pokerface“) ging mit nur einem Preis nach Hause: Der US-Popstar wurde beste Nachwuchskünstlerin. Preise erhielten auch Green Day.

Auf der Bühne standen unter anderem Shakira, die Foo Fighters und Tokio Hotel – die trotz der internationalen Konkurrenz schon allein bei ihrer bloßen Ankündigung einen Schreikrampf beim Publikum auslösten. Am Ende holten sie zum dritten Mal einen Preis ab.

Die richtige Party ging allerdings erst nach der Verleihung los, gleich drei Aftershowpartys waren organisiert. MTV Deutschland feierte im Postbahnhof, das Label Universal Music hatte in den Hangar 2 des Flughafens Tempelhof geladen und die begehrteste und gleichzeitig am strengsten abgeriegelte Party wurde für die internationalen Stars im E-Werk gegeben. Hauptsache die Wimpern rutschen bei diesem Partymarathon nicht plötzlich auf Schnurrbarthöhe ab.

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