Musical : Heiße Liebe

Im April kommt das Musical "Dirty Dancing" ins Theater am Potsdamer Platz. Der Film brach Ende der Achtziger Kassenrekorde. Eleanor Bergstein schrieb schon damals das Drehbuch, jetzt arbeitet sie an der Berliner Bühnenfassung.

Eva Kalwa
262925_0_b2b1cf1a.jpg Foto: Rückeis
Mrs. Dirty Dancing: Drehbuchautorin Eleanor Bergstein. -Foto: Rückeis

Eng schmiegen sich die Hüften der Tänzer aneinander, keck blitzen die Blicke der jungen Frauen unter den schwarzen Lidstrichen hervor. Die Mambo-Rhythmen lassen die Luft auf der Bühne brennen: „Dirty Dancing“ ist nicht nur ein erotischer Tanz, es ist ein Lebensgefühl, das jeder und jedem größere persönliche und sexuelle Freiheit verspricht. Davon ist Eleanor Bergstein, die „Mrs. Dirty Dancing“, überzeugt. Vor mehr als 20 Jahren hat die Amerikanerin das Drehbuch zu dem gleichnamigen Film geschrieben, der im Jahr 1987 alle Kassenrekorde brach. Nun kommt die Bühnenversion der von leidenschaftlicher Musik und sinnlichem Tanz umspülten Liebesgeschichte nach Berlin, und Bergstein ist bis zur Premiere am 7. April jeden Tag bei den Proben dabei.

„Jede unserer Inszenierungen, ob 2004 die Weltpremiere in Sydney oder zwei Jahre später die Europapremiere in Hamburg, ist anders. Auch in Berlin wird es wieder Neuerungen geben“, sagt die 70-jährige Drehbuch- und Romanautorin. Daher sei es ihr bisher auch noch nie langweilig geworden, sich gemeinsam mit Regisseur James Powell und Choreographin Kate Champion mit ihrer Story auseinanderzusetzen: der romantischen Geschichte um die Liebe zwischen „Baby“, dem 17-jährigen, wohlbehüteten Mädchen, und „Johnny“, dem lebenserfahrenen Tanzlehrer im Jahr 1963.

Fragen danach, ob sie mit „Dirty Dancing“ ihre eigene erste Liebe beschrieben hat, beantwortet Bergstein ungern. Sie sei zwar als Teenager mit ihren Eltern in einem ähnlichen Ferienresort wie „Baby“ gewesen, die in Berlin von der dunkel gelockten, gebürtigen Ukrainerin Janina Elkin gespielt wird, und sie habe auch selbst Erfahrungen als jugendliche Mambotänzerin gemacht. Aber da hörten die direkten biographischen Bezüge eben auf. Außerdem sagt Bergstein über sich selbst, dass sie, wenn überhaupt, immer eher „Johnny“ als „Baby“ gewesen sei: „Ich bin in einer rauen Nachbarschaft aufgewachsen, habe als Tanzlehrerin gearbeitet und wie Johnny, den mein guter Freund Patrick Swayze im Film so toll verkörpert hat, lernen müssen, mich gegen alle Widerstände zu behaupten.“ Das schließt auch die Erfahrungen mit dem Drehbuch für ihren Erfolgsfilm mit ein, den 1987 allein in Deutschland neun Millionen Zuschauer im Kino sahen, viele davon mehrfach: Denn erst nach vielen Absagen wurde Bergsteins Idee von einer kleinen unabhängigen Produktionsfirma angenommen.

Ein übliches Musical ist die Bühnenfassung von „Dirty Dancing“ nicht: Die Schauspieler tanzen und sprechen - für die deutsche Übersetzung des Textes zeichnet die Gerhart-Hauptmann-Enkelin Anja Hauptmann verantwortlich -, sie singen aber nicht. Die Musik und Songs kommen von einer elfköpfigen Begleitband. „Die Musik wird so präsentiert, wie sie ins wirkliche Leben eingebunden ist“ sagt Bergstein. Vor allem soll das Publikum das Gefühl haben, live dabeizusein, wenn „es“ passiert: „Wenn der Funke beim Mambo überspringt und aus jedem Zuschauer den inneren Tänzer lockt!“

Ab 7. 4. Theater am Potsdamer Platz, Karten von 39 bis 110 Euro. Vorbestellung unter der Telefonnummer 01805/4444 oder im Internet: www.dirtydancing.de

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