Musikfestival : Die Zitadelle zieht

Von Mary J. Blige bis Jethro Tull haben sich viele Musikgrößen angesagt. Sie treten im Sommer beim Festival in Spandau auf.

Julian Heissler
Mary J. Blige Foto: dpa
R'n'B-Sängerin Mary J. Blige macht Station auf der Spandauer Zitadelle. -Foto: dpa

Es muss eindrucksvoll gewesen sein: Wallende, würdevoll angegraute Bärte bis auf die Brust, dazu selbstgestrickte Socken in Wildledersandalen. Derart gekleidet machten sich im letzten Sommer viele Männer in den besten Jahren auf, um auf der Zitadelle Spandau Jethro Tull zu sehen. Ian Anderson, Kopf der ewigen Band, war begeistert von diesem Anblick und bat Konzertveranstalter Tomas Spindler, 2008 wieder in der Zitadelle auftreten zu dürfen – und so eröffnet dieses Jahr Jethro Tull am 30. Mai das Citadel Musicfestival – offiziell jedenfalls. Schon einen Tag vorher ist die R’n’B-Sängerin Mary J. Blige zu Gast auf der Burg. Die Künstlerin kommt mit ihrem Album „Growing Pains“ nach Spandau. Es ist eines von vier Konzerten der sechsfachen Grammy-Gewinnerin in Deutschland.

Auch das weitere Programm klingt abwechslungsreich. Neben den Rocklegenden Motörhead, Meat Loaf oder dem modernen Klassiker Queens of the Stone Age, zählen auch weniger krachende Interpreten wie Diana Krall, Roger Cicero oder Juanes zu den gebuchten Künstlern. Düsterer wird es am 31. Mai beim alljährlichen „Zita Rock-Festival“. Ihren Auftritt hat dabei die Gothic-Truppe Subway To Sally, Sieger des diesjährigen Bundesvision Song Contest. Im vorigen Jahr übernahm diesen Part noch Marilyn Manson.

Doch auf der Zitadelle soll dieses Jahr nicht nur Rock und Pop geboten werden. Die Chemical Brothers und das „Primary Colours-Festival“ mit weltbekannten DJs sollen Electro-Fans nach Spandau locken. Und bei der ersten „Spandauer Schlagernacht“ kann auch DJ Ötzi die mittelalterliche Kulisse nutzen. „Wir haben versucht, möglichst alle Musikrichtungen abzudecken“, sagt Veranstalter Tomas Spindler dazu, „das ist okay, auch wenn ich diese Musik nicht verstehe.“ Mit den Aufführungen der „Zauberflöte“ und des Musicals „Abbamania“ sollen zudem Familien angelockt werden. Für diese Veranstaltungen wird es Familientickets für 15 bis 16 Euro geben, wie Spindler ankündigte.

Ansonsten liegen die Preise höher – was Fans nicht abschreckt: Der Auftritt der wiedervereinigten Band Rage Against The Machine ist schon ausverkauft – trotz Ticketpreisen von mehr als 50 Euro. Und auch für Ich + Ich (ab 30 Euro) erwarten die Veranstalter, dass es keine Restkarten an der Abendkasse geben wird.

Dass im Sportsommer 2008 Musik aber nicht alles ist, haben auch die Veranstalter des Musikfestivals erkannt. Deshalb werden im Juni zusätzlich alle Spiele der Fußball-Europameisterschaft gezeigt – kostenlos. So soll ein bisschen Fanmeilenstimmung auch zwei Jahre nach der WM nach Spandau gebracht werden.

Und auch die bildenden Künste kommen nicht zu kurz. Im Ausstellungsbereich öffnen sich „Abgründe“. So heißt die Ausstellung mit Arbeiten der Zeichner Horst Janssen und Guido Sieber sowie Werken des Schweizer Künstlers H.R.Giger. Von ihm stammt bekanntlich das Alien aus dem gleichnamigen Horrorfilm – düster wird’s also nicht nur bei Jethro Tull.

Das Festival im Netz: www.citadel-music-festival.de; Eintrittskarten im Netz: www.berlin-ticket.de.
Tickettelefonnummer: 23099333 oder 78099810.

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