Stadtleben : Nach Luft und Laune

Affentheater, Gesundheitsjogging, Nachtwandern: Was man jetzt in der Stadt draußen erleben kann

Sebastian Leber

So einen Trainer wünscht man sich. Der wichtigste Ratschlag, den Langstrecken- Olympiasieger Dieter Baumann am Sonntag seinen Schützlingen geben will: „Bloß nicht überanstrengen!“ Laufen soll schließlich gesund sein und nicht stressen. Sonst hieße die Veranstaltung wohl auch nicht „Herz-Kreis-Lauf“. 1500 Läufer werden erwartet, um 10 Uhr geht es am Hauptbahnhof los. Jeder kann mitmachen, Voranmeldung ist nicht nötig. Und die Tipps von Dieter Baumann, der neben der Strecke herläuft und sich die Teilnehmer genau anschaut, sind natürlich kostenlos.

Die Zeit des Drinnensitzens ist vorbei. Und obwohl es zum Grillen noch zu kalt und zum Liegen auf der Wiese zu feucht ist, hat Berlin eine Menge für Frischluftwillige zu bieten. Auch an diesem Wochenende: In Moabit startet morgen das Frühlingsstraßenfest, am Wannsee kann man bereits in Strandkörben liegen, im Britzer Garten wurde gerade die Tulpenausstellung „Tulipan“ eröffnet (siehe Kasten). Wer etwas wirklich Ungewöhnliches erleben will, fährt am Sonnabend raus zum Filmpark Babelsberg. Da feiert die Filmtierschule zehnten Geburtstag – mit einem Show-Potpourri und den Auftritten ihrer erfolgreichsten Zöglinge. Da sind zum Beispiel Amba, der sibirische Tiger, der schon mit Dieter Bohlen vor der Kamera stand, und Pavianweibchen Jeanny, die auf Kommando Passanten beklaut. Das größte Talent von Milchkuh Bifi: sich auf Gegenstände legen und gucken, ob was kaputtgeht. Auch Zoo und Tierpark hoffen am Wochenende auf einen Besucheransturm, zumal beide in den letzten Wochen viel Zuwachs bekommen haben. Publikumsliebling im Zoo ist derzeit das Giraffenbaby, aber auch die australischen Emu-Küken – die artgemäß ausschließlich von ihrem Vater aufgezogen werden – sind recht niedlich. Der Tierpark hat erstmals seit 30 Jahren australische Dingos.

Eckhard Knauer wird dafür am Wochenende wohl keine Zeit haben. Der 66-Jährige muss sich am Sonntag morgens um 6 Uhr auf sein Fahrrad schwingen und zum Wannsee radeln. Er ist der offizielle „Wanderwart“ des Berliner Fachverbands Wandern und als solcher dafür verantwortlich, dass alle Wegmarkierungen perfekt hängen. Schließlich ist eine Frühlingswanderung geplant. Es gibt verschiedene Strecken zwischen 7 und 42 Kilometern Länge, auch hier kann jeder mitmachen, ein Telefonanruf reicht. Die härtesten Teilnehmer starten schon am Samstagabend am Bahnhof Landsberger Allee, laufen die ganze Nacht durch, um morgens am Wannsee anzukommen. Und dort gehen sie nicht in den Biergarten, sondern laufen noch mal im Kreis. Weitere 42 Kilometer. Anfänger sollten aber besser mit der 20-Kilometer-Route beginnen, sagt Knauer.

Und wer mehr Action mag, ist in der Wuhlheide richtig. Vor vier Wochen hat hier der neue Kletterwald eröffnet – seitdem ist die Anlage täglich gut besucht. Vier Pfade mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad stehen zur Verfügung, der Anfänger-Parcour ist bloß ein Meter hoch, da kann nicht viel passieren. Wer mindestens 13 Jahre alt und 1,50 Meter groß ist, darf auf den schwierigsten Parcour in zehn Metern Höhe. Der heißt „Risiko“. Wegen der unerwartet großen Nachfrage müssen Termine nun vorab vereinbart werden. Für dieses Wochenende gibt es nur noch vormittags freie Plätze, nächste Woche sieht es besser aus.

Klettern kann man auch im Mauerpark in Prenzlauer Berg, und zwar kostenlos. Das Problem: Sobald auch nur 30 Minuten die Sonne scheint, ist der Park voll. Sonntags sowieso, da ist Flohmarkt. Übrigens: Die fröhlichen Menschen, die sich dort zu Kreisen zusammenschließen und barfuß über die Wiese hopsen, sind keine Hippies. Das sind Folktänzer. Und ja: Sie suchen noch Freiwillige zum Mittanzen.

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