Nachgefragt bei Boris Becker : "An den Überfall denke ich nicht mehr"

Boris Becker nimmt auch in diesem Jahr wieder am großen Pokerturnier teil. Im Tagesspiegel-Interview spricht er über den Überfall von 2010 und seine Verbindung zu Berlin.

Boris Becker, 43, Ex-Tennisstar, ist Unternehmer und wirbt seit Jahren für Pokerturniere. Er lebt inzwischen in der Schweiz.
Boris Becker, 43, Ex-Tennisstar, ist Unternehmer und wirbt seit Jahren für Pokerturniere. Er lebt inzwischen in der Schweiz.Foto: dpa

Herr Becker, fühlen Sie sich am Pokertisch in Berlin noch sicher?

Sie meinen den Überfall vom letzten Jahr? Ach, daran verschwende ich keine Gedanken mehr. Ich war zum Zeitpunkt des Überfalls gar nicht mehr in der Stadt, weil ich schon ausgeschieden war - leider. Mit Poker oder mit Berlin würde ich den Vorfall aber auf keinen Fall verbinden. Das war ein blöder Zufall.

Was verbinden Sie denn mit Berlin?

Berlin ist für mich emotional eine ganz besondere Stadt. Für mich hat sie etwas Lebensbejahendes. Auch, weil die Menschen hier eine schwere und lange Teilung überwunden haben. Ich bin der Meinung: Davon spürt man etwas.

Haben Sie einen Lieblingsort?

Das ist eindeutig das Brandenburger Tor. Im Dezember 1989 hat Günther Jauch mich mal in Berlin interviewt. Wir sind dann nach dem Gespräch durch das gerade erst von den Polizisten frei gegebene Tor spaziert. Das hat mich damals tief beeindruckt – und ich habe mich in die Stadt verliebt.

Für eine Wohnung oder ein Haus aber reicht die Liebe nicht?

Dafür reichen die vielen schönen Hotels in der Stadt. Und so häufig bin ich ja nun auch nicht hier, dass sich das lohnen würde.

Sie starten am Mittwoch in das Poker-Turnier, dessen Gewinner wohl wieder rund eine Million Euro winken. Was ist Ihr Ziel?

Mein Ziel bei diesen Turnieren ist eigentlich immer dasselbe: Den ersten Tag zu überstehen. Dann den zweiten – und so weiter. Im besten Falle ginge das so natürlich bis zum Sonntag so, dem Finaltag. Aber allein in die Geldränge zu kommen, das wäre schon ein großer Erfolg. Die Konkurrenz ist groß.

Das Interview führte Ingo Schmidt-Tychsen.

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