Stadtleben : Nachrichten

JEANNET KIPKA, 49

IHR BILD: VOGELFLUG

Auf der Suche nach ihrem Motiv läuft die Lichtenberger Künstlerin zwei Mal an der richtigen Stelle vorbei. Jeannet Kipkas Werk auf dem unsanierten Teil der East Side Gallery ist unter Graffiti verschwunden. Gut, dass der Urzustand dokumentiert ist, sie wird die Unterlagen brauchen, wenn sie ihren Vogel auf der Mauer reanimieren soll. „Mich verwundert, dass die Sanierung sich so zieht“, sagt sie. „An anderen Punkten Berlins ist doch auch schnell Geld da für Projekte des Gedenkens. Dieses Kunstwerk ist zu einer Zeit entstanden, als die Menschen sagten, die Stadt hat sich geöffnet. Heute sagen sie, dies ist die offenste Stadt Europas. Die Frage ist doch, was sollen Menschen, die hierherkommen, von uns und unserer Geschichte wahrnehmen? Das hier war die Reaktion von Künstlern auf den Mauerfall. Und es ist heute eben die Bildersprache von vor 18 Jahren. Der Wende auf diese Weise zu gedenken, das muss man auf alle Fälle noch mal zehn Jahre machen – es müssen ja nicht gleich 50 sein.“ lei

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