Stadtleben : Nachrichten

Der Berliner wird sein Mecker-Gen los, Klaus Wowereit hat nach 16 Jahren Kanzlerschaft genauso viel Regierungserfahrung wie Helmut Kohl – Thilo Sarrazins Blick ins Jahr 2030 (gestern in Auszügen im Tagesspiegel) hat am Sonnabend bei den Feiern des Vereins Berliner Wirtschaftsgespräche für Gelächter gesorgt. Der Finanzsenator, selbst stellvertretender Vorsitzender der Wirtschaftsplattform, wollte mit seiner ungewöhnlichen Festrede zum zehnjährigen Bestehen gratulieren. Das Restaurant im International Club Berlin war mit 100 Zuhörern überfüllt. Wer keinen Platz gefunden hatte, ließ sich an einem der zwei Außenbildschirme unter den Kastanien auf der Terrasse des Clubs die Zukunft vorhersagen. 100 Gästen musste Wirtschaftsgespräche-Geschäftsführer Rudolf Steinke gar absagen, so groß war das Interesse. Juliane Freifrau von Friesen, Senatorin für Wirtschaft und Technologie a.D., und Detlev Ganten, Vorstandsvorsitzender der Charité, ließen sich von Sarrazin inspirieren und gaben spontan eigene Ausblicke. So sieht von Friesen Berlin 2030 als Hauptstadt Europas. Eine Vision, über die im Saal niemand lachte. Und Charité-Vorstand Ganten gab zu bedenken, dass es wirklich schade wäre, wenn das Mecker-Gen den Berlinern abhanden komme. Schließlich sei „Meckern und Kritisieren“ doch eine Voraussetzung für Verbesserung und Fortschritt. mj

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