Nächtliches Konzert : Xavier Naidoo live und illegal am Alex

Überraschungs-Gig auf dem Alex: Die Söhne Mannheims spielten nachts auf einem Lkw in Mitte - bis die Polizei kam. Der Auftritt vor 150 Fans war den Anwohnern zu laut.

André Görke
Xavier Neidoo Söhne Mannheims
Live vom Laster. Xavier Naidoo gab mit den Söhnen Mannheims in der Nacht zu Freitag ein Konzert am Alexanderplatz.Foto: Davids

Xavier Naidoo kam mit Sonnenbrille und Schiebermütze, obwohl die Sonne längst weg war. Aber nicht nur das Outfit war für die Uhrzeit – Donnerstagabend, ziemlich genau 23 Uhr – bemerkenswert, es waren auch der Ort und das Bühnenequipment: Naidoo, 37, spielte mit seiner Band Söhne Mannheims nämlich auf der Ladefläche eines kleinen Lkw am Alexanderplatz – vor 150 Fans.

Toll? Schon, aber vielleicht war das alles ein bisschen viel Lärm für die Anwohner. Wenige Minuten zuvor hatte schließlich erst der Krach des Feuerwerks in Tempelhof aufgehört, da griffen die Musiker zu ihren Instrumenten. Prompt gingen Anwohnerbeschwerden bei der Polizei ein, nach fünf Songs beendeten die Beamten um 23.40 Uhr das Konzert vor der Alexa. „Die Musiker hatten keine Genehmigung dabei“, so die Polizei. „Weil sie gar keine hatten“, hieß es beim Senat.

Die Lkw-Show von Naidoo war ein Werbegag, ab 24 Uhr kam die neue Platte auf den Markt. So ein bisschen erinnerte das Konzert an einen ebenfalls illegalen Auftritt der Rapper von K.I.Z., die vor zwei Jahren zum Musizieren in die U-Bahn luden. Weil die BVG das verhinderte, wurde einfach vor dem U-Bahnhof Schlesisches Tor in Kreuzberg gerappt – vor 1000 Fans. Die K.I.Z.-Rapper laden an diesem Sonnabend, 11 Uhr, übrigens ebenfalls auf den Alexanderplatz, wo sie ihr neues Album verkaufen – „persönlich aus dem Kofferraum unseres Autos“. Und wo? „Mal sehen, wo wir parken.“

Wie teuer der illegale Gig für Naidoo wird, ist unklar, „vielleicht machen wir auch nur ’Du-Du’“, heißt bei den zuständigen Senatsbehörden. Am Freitag- und Samstagabend haben die Söhne Mannheims und Xavier Naidoo die Waldbühne gebucht. Diesmal legal.

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