Naturkundemuseum : Schon 8000 Besucher bei den Sauriern

Das größte Saurierskelett der Welt ist wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Forschungsminister Annette Schavan eröffnete heute die neugestaltete Ausstellung im Naturkundemuseum.

Torsten Hilscher[ddp]
Naturkundemuseum
Freier Eintritt zu den Sauriern lockt die Familien am Wochenende ins Berliner Naturkundemuseum. -Foto: ddp

BerlinDas mit über 13 Metern Höhe weltweit größte montierte Saurierskelett kann seit Freitag wieder im Berliner Naturkundemuseum besichtigt werden. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) eröffnete nach zweijährigen Sanierungsarbeiten die überarbeitete Ausstellung des Hauses, dessen größte Attraktion das Skelett des Brachiosaurus brancai ist. Erstmals zeigt das Museum auch den Originalabdruck eines Archaeopteryx-Flugsauriers.

Schavan sagte: "Es gibt eine neue Attraktion für alle, die Berlin besuchen. Die Bundesregierung ist sich bewusst, welchen Schatz wir hier haben." Der Tag der Eröffnung sei ein großartiger Tag für die Wissenschaft. Sie kündigte die Aufnahme des Museums in die Leibnizgesellschaft an. Das Haus als Einrichtung der Humboldt-Universität stehe auf einer Stufe mit den naturkundlichen Sammlungen in Paris, London, Washington und New York. Unter Beifall forderte Schavan, der Abschluss des Jahres der Geisteswissenschaften müsse im Naturkundemuseum stattfinden.

Schon 8000 Besucher

Bereits bis zum frühen Nachmittag sahen sich laut Museumsleitung mehr als 8000 Besucher die am Freitag und am Eröffnungswochenende kostenlos zugänglichen Ausstellungen an. Nach Angaben einer Sprecherin verteilte sich die Menge der Wartenden über angrenzende Straßen. Die Folge seien Verkehrsbehinderungen gewesen.

Generaldirektor Reinhold Leinfelder hatte am Vormittag bei der Eröffnung "die gigantische Forschungsinfrastruktur des Hauses" hervorgehoben: "Ohne das Wissen, das in unseren Sammlungen dokumentiert ist, können heutzutage keine globalen Aussagen für die Zukunft getroffen werden." Die neuen Schauen faszinierten mit neuem Konzept und eigener Ästhetik.

Die insgesamt vier sanierten Räume waren für 17,8 Millionen Euro umgebaut und mit moderner Technik ausgestattet worden. Dazu zählen neben einem bislang öffentlich unzugänglichen historischen Treppenhaus ein Saal, der seit 1970 nicht mehr zu Ausstellungszwecken genutzt wurde. Ein weiterer Saal ist künftig für Sonderausstellungen vorgesehen. Technische Attraktion des Sauriersaals sind computergesteuerte Ferngläser, die beim Blick auf eines der Skelette die Vorbilder als 3D-Animationen zum Leben erwecken. Parallel wurde ein neuer Museumsshop eröffnet.

30 Millionen Sammlungsobjekte

Die Überreste des Brachiosaurus brancai waren im Jahr 1909 von einer Expedition des Naturkundemuseums im heutigen Tansania (Ostafrika) entdeckt worden. Unter der Leitung des Forschers Werner Janensch hatten Wissenschaftler bis 1912 die Knochen ausgegraben und nach Berlin gebracht. Hier wurde das Skelett teilweise nachmodelliert und 1937 aus 200 Stücken zusammengebaut. Zwischen 2005 und 2007 untersuchten Wissenschaftler die Knochen erneut und richteten sie anschließend nach heutigen Erkenntnissen leicht verändert auf.

Das Museum für Naturkunde wurde 1889 eröffnet. Es beherbergt derzeit rund 30 Millionen Sammlungsobjekte. Nächstes Großprojekt ist der 29 Millionen Euro teure Wiederaufbau des Anfang 1945 zerstörten Ostflügels bis Ende 2009. Die Bauarbeiten dafür hatten am 14. November 2006 begonnen.

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