Neue Talk-Staffel : Kurt Krömer: Laue Witze zum Aufwärmen

Deutschlands berühmtester Neuköllner ist zurück: Zu Besuch bei der TV-Produktion von Kurt Krömers neuer Talk-Staffel.

Florian Ernst
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Non Stop Nonsense. Ab Donnerstag, 2. April, läuft »Krömer - Die internationale Show« in der ARD. - Foto: dpa/Jens Kalaene

Vor dem Eingang der Union Film Studios in Tempelhof stehen die Menschen am Donnerstagabend kurz vor acht Schlange. Alles will zu Neuköllns Anarchoproll. Vor der großen Halle steht eine Schießbude wie auf dem Rummel. Warum, zeigt sich später noch. In der Warteschlange klingelt ein Handy: „Hallo, wer is’ da? Ich kann jetzt nicht, ich bin bei Kurt Krömer“, sagt die junge Frau ins Telefon.

An diesem Abend wird in den Studios eine Folge der neuen Staffel von „Krömer – Die internationale Show“ aufgenommen. Ab nächster Woche wird die Nonsense-Talkshow immer Donnerstagnachts in der ARD ausgestrahlt. Nach seinem bewährten Erfolgsrezept trifft Krömer pro Folge drei wild zusammengewürfelte Gäste. Welche es an diesem Abend sein werden, weiß natürlich keiner.

Im Foyer des Studios dann die nächste Schlange. Um in Partystimmung zu kommen, holen sich die Leute erst mal ein Bier. Im Preis der Karte ist zum Glück ein Freigetränk enthalten. Wer kein Bier mag, kann am Tisch neben dem Stand auch eine Limo bekommen. Der Andrang ist dort sichtlich geringer. Antialkoholiker scheinen rar. Auch Mia aus Wilmersdorf und Samantha aus Tempelhof warten im Vorraum. Die beiden sind 22 und haben sich für Krömer extra schick gemacht. Die beiden Freundinnen sind Fans, kennen ihn aber nur aus dem Fernsehen und sind gespannt, wie Krömer gleich live rüberkommt.

Eine Stunde Wartezeit sind endlich vorbei. Es geht ins Studio. Freie Platzwahl. Die ersten Reihen vor der Bühne sind schnell gefüllt. Auch Samantha und Mia haben sich in eine der vorderen Reihen getraut. Allerdings am linken Ende der Bühne, sicher ist sicher. Das Publikum ist bunt gemischt. Von Schülern bis zu Rentnern ist alles dabei und auch Charlottenburger haben sich hergewagt. Auf der Bühne bietet sich das wohlbekannte skurrile Bild: In der Mitte zwei orangene Sessel mit Spitzendeckchen auf den Armlehnen, daneben ein kleiner Tisch mit einer Gegensprechanlage. Links ist eine Kindersitzecke eingerichtet. Und zur Gästeversorgung stehen wieder die Popcorn-Maschine, der Kühlschrank und der Servierwagen mit Schnaps bereit. Krömer bleibt sich auch bei der Trash-Deko treu.

Um kurz nach neun ist es so weit: Kurt Krömer lässt sich auf der Showtreppe blicken. In einem Morgenmantel und weißen Kniestrümpfen. Selbst das Warm-up vor der Show macht der Meister selbst. „Ick hab’ keine Lust, dat da einer kommt und schlechte Witze erzählt. Dit kann ick selber.“ Sofort tritt er den Beweis an. Nach schwachen Sprüchen wie „Ick hatte noch zu tun. Ick musste die Praktikantin einlernen: Knie dich hin, ick bring dich hoch“, steigt die Stimmung im Publikum. Eine Stimme aus dem Off – der Regisseur – fordert Krömer auf, hinter die Kulissen zu verschwinden, damit es endlich losgehen kann. „Das geht nicht, ick bin ’ne Rampensau, ick muss zu sehen sein“, ruft er Richtung Regie. Zieht trotzdem ab und kommt nach ein paar Minuten im Pinocchio-Kostüm mit Gumminase wieder.

Die Gäste an diesem Abend sind der Schauspieler Martin Semmelrogge und Ex-Handball-Profi Stefan Kretzschmar. Dazwischen gibt Rainald Grebe ein musikalisches Intermezzo. Grebe besingt mal wieder ein ostdeutsches Bundesland – zur Abwechslung nicht Brandenburg. Eine unbeabsichtigte Showeinlage bietet eine Zuschauerin, die sich vor Lachen kaum einkriegt. Unterbrochen wird der anarchisch-wirre Talk mit Einspielfilmchen, die Krömer, von den Kameras unbeobachtet, zum Studieren seiner Pappkärtchen nutzt. Und in der Rummelbude vor der Halle gibt’s ein Wettschießen.

Nach einer Stunde ist alles vorbei. Mia und Samantha sind begeistert. Nur die Kicherin, die nah bei ihnen saß, sei nervig gewesen. Nach der Show leert sich das Studio recht schnell. Einige Zuschauer besteigen direkt vor dem Studio den Bus um Richtung Hermannstraße nach Neukölln zu fahren. Heim in Kurt Krömers Lieblingsbezirk.

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