Neuer Stellplatz : Das Tipi zieht um

Am Kanzleramt verschwindet das Theaterzelt und zieht auf den Parkplatz vom Haus der Kulturen der Welt.

Bert Szilagyi
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Großes Stühlerücken. Ab Montag zieht das Tipi samt Interieur um. Das Zelt wird in einer Badewanne gewaschen. Foto: dpadpa

BerlinDas aktuelle Ensemble im Tipi am Kanzleramt besteht aus Bauarbeitern, und der Presslufthammer macht die Musik dazu. Normalerweise sind hier das ganze Jahr über Kabarettisten, Komiker und Konzerte zu sehen. Die Liste der Künstler reicht von Alfred Biolek über Rainald Grebe bis Umbilical Brothers.

Jetzt wird die große Schwester der „Bar jeder Vernunft“ nach sieben Jahren um knapp 40 Meter in Richtung Süden verrückt. Als Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) 2001 das Kanzleramt bezog, stand bereits ein Bebauungsplan für die Grünfläche, auf der das Tipi zurzeit steht. Dort, am Ende der Paul-Löbe-Allee, sollten eigentlich – gleich nach dem Verschwinden des Tempodroms und der Fertigstellung des Kanzleramtes – begrünte Stufen mit Hecken, wie sie heute neben dem Zelt zu sehen sind, entstehen.

Umgesetzt wurden sie bis heute nicht. Nun muss das Tipi den alten Plänen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung aber doch noch weichen. „Zum Glück haben wir genug Fläche vom Haus der Kulturen der Welt gepachtet“, sagt die Sprecherin des Tipi, Anna Jacobi. „Einen komplett neuen Standort finden zu müssen, wäre schade gewesen, weil wir uns hier so gut etablieren konnten.“ Bezuschusst wird der Umzug durch 365 000 Euro von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie. „Ohne dieses Geld wäre die ganze Aktion ins Wasser gefallen. Immerhin werden wir nicht subventioniert und müssen uns selbst finanzieren“, sagt Jacobi.

Die Arbeiter haben das Zelt bereits leer geräumt und schleppen alles einmal quer auf die andere Seite zum ehemaligen Parkplatz des Hauses der Kulturen der Welt. Bei der Hitze müssen sie sich mehrmals am Tag mit Sonnencreme einreiben und die heiße Luft im leeren Zelt treibt ihnen zusätzlichen Schweiß auf die Stirn. Eile ist geboten, denn alle Bauarbeiten sollen zur Neueröffnung am 1. September abgeschlossen sein. „Am Montag werden die sechs großen Rondellplanen von den zwölf Meter hohen Masten herabgelassen werden“, sagt Jacobi. Nach einer ausgiebigen Reinigung in einer improvisierten Riesenbadewanne werden sie Ende der Woche am neuen Standort wieder hochgezogen. Anschließend bekommen auch die umliegenden Büro-, Küchen- und Lagercontainer ähnliche Zeltplanen übergezogen. Der Theaterinnenraum wird nicht verändert. Neu gestaltet werden lediglich Fassade, Biergarten und das Foyer. Wiedereröffnet wird das Tipi am 1. September von Kasperpop mit seinen Puppenfiguren.

Zu sehen sind die Bauarbeiten

über dieWebcam:

www.tipi-am-kanzleramt.de

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