Neues Hotel : Betten überm U-Bahnhof

Richtfest für das Hotel am Mendelssohn-Bartholdy-Park. Starkoch Jamie Oliver entwickelte das Kinderbüfett.

Bernd Matthies

Jens Schaumann, der dänische Projektentwickler, kam 2006 nach Berlin – und staunte. „Ich konnte es nicht glauben“, sagt er, „ein leeres Grundstück mit drei Blöcken mitten in der Stadt, und alles zu haben!“ Er hatte gerade das letzte freie Areal am Potsdamer Platz besichtigt, das Gelände zwischen Köthener Straße und Gabriele-Tergit-Promenade, das direkt an den U-Bahnhof  Mendelssohn-Bartholdy-Park anschließt. Dann kam alles zügig in die Gänge – und am gestrigen Freitag war Richtfest für das 565-Zimmer Hotel Scandic Potsdamer Platz. Eröffnung: 1.Oktober 2010.

Auch der Block mit Luxuswohnungen, der an das Hotel angrenzt und unter dem Namen „Charleston“ vermarktet wird, nähert sich der Fertigstellung. Die Verwendung des dritten Teilbereichs ist noch offen, es werden Büros oder ebenfalls Wohnungen. Erschwert wurde der Bau durch die U-Bahn, die mitten hindurchfährt.

Pläne für die Bebauung gibt es schon rund ein Jahrzehnt, doch der 11.September 2001 setzte ihnen ein Ende, die Geldgeber sprangen ab. Erst fünf Jahre später kaufte Schaumann und brachte die Scandic-Gruppe ins Geschäft. Sie ist Marktführer in Skandinavien, betreibt gegenwärtig weltweit 152 Hotels, hatte sich aber 2001 nach dem Verkauf an Hilton aus Mitteleuropa zurückgezogen. Heute gehört sie der skandinavischen Investmentfirma EQT.

Scandic hat sich in den letzten Jahren in Richtung Ökologie und Nachhaltigkeit profiliert. Das werde man auch im neuen Berliner Haus so halten, kündigte Frank Fiskers, der Präsident der Gruppe, vor Journalisten an. So soll beispielsweise kein Mineralwasser in Flaschen ausgeschenkt werden, sondern aufbereitetes Leitungswasser. Hauptzielgruppen des Vier-Sterne-Hauses sind Geschäftsreisende und Touristen, vor allem Familien. Als gastronomischer Berater ist Jamie Oliver im Einsatz, der bereits ein Kinderbüfett entwickelt hat und am Profil der gesamten Gruppe mitarbeitet. „Er ist ein großer Kämpfer für besseres Essen“, sagte Fiskers, und auf diesen Gesundheitsaspekt lege man Wert.

Das Hotel bietet seinen Gästen neben den Standardzimmern 128 größere Superiorzimmer und zehn Suiten in einem lichten Stil mit Holzfußböden und dezenten Farben. Für Wellness und Sport steht den Gästen im Nebengebäude ein auch öffentlich zugängliches, 4000 Quadratmeter großes „Holmes Place“-Spa zur Verfügung. Das Haus wird 250 Mitarbeiter beschäftigen. Bernd Matthies

In unserem Immobilien-Teil finden Sie heute einen Beitrag über Designer-Hotels in Berlin, Seite I 2.

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