Stadtleben : Nur nicht nervös machen lassen

Eine Berlinerin ist beste deutsche Autofahrerin

In dem verfilmten Buch „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“ steht es schwarz auf weiß: Einparkstudien von Fahrschulen hätten gezeigt, dass Frauen während der Fahrstunden besser rückwärts einparken als Männer. Warum sie im „Autofahrer-Leben“ – rein gefühlsmäßig – beim Einparken schlechter abschneiden, liegt für die gestern zu Deutschlands bester Autofahrerin gekürten Elke Tallgau auf der Hand: „Viele Frauen haben weniger Fahrpraxis als Männer. Und sie lassen sich leichter nervös machen.“ Die 42-jährige Berlinerin hat einen einfachen Rat, wie man sich in solchen Situationen im Straßenverkehr behaupten kann: ganz ruhig bleiben.

Elke Tallgau hat sich gegen 100 000 Mitbewerbern in einem bundesweiten Wettbewerb durchgesetzt: Sie musste theoretische Fragen beantworten und in der Endausscheidung auch einen Praxistest bestehen: den Elchtest, auf nasser Fahrbahn vollbremsen, Hindernissen ausweichen, Zeitfahren und eine Runde auf einer Teststrecke in Dresden mit benzinsparender Fahrweise absolvieren.

Die kaufmännische Angestellte zählt sich selbst zu den defensiven Fahrern: Sie fährt zügig, aber vorausschauend und lässt Drängler auch mal vorbei ohne eindeutige Gesten zu zeigen. „Bringt ja nichts sich über die aggressiven Fahrer zu ärgern“, sagt sie. Elke Tallgau hat den Führerschein mit 18 gemacht und bisher noch keinen Unfall gehabt. Sie könnte auch ideale Werbung für das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg machen: Auf ihrem Punktekonto gibt es keine Einträge. Und Ordnungsämter hätten mit ihr auch keine Probleme: In ihrem Autofahrerleben hat sie bisher nur zwei Knöllchen erhalten.

Dass viele Frauen die besseren Autofahrer sind, will Thomas Lundt, Obermeister der Kfz–Innung, gar nicht bestreiten. Und manche Männer stellen sich beim Einparken so schlimm an, dass Frau am liebsten aus Mitleid helfen würde. sib

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