Oktoberfest : Fassanstich unterm Fernsehturm

Berlin ist schneller als München: Mehr als 2000 Gäste feierten auf dem Alexanderplatz den Oktoberfestauftakt – mit einem 390 Kilo schweren Ochsen.

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O'zapft is: Die bayerische Bundesratsministerin Emilia Müller (CSU, r.) lässt es krachen. Mit ihr feierten 2.700 Menschen die Eröffnung des Oktoberfests auf dem Alexanderplatz. Foto: Alle Bilder anzeigen
15.09.2010 21:35O'zapft is: Die bayerische Bundesratsministerin Emilia Müller (CSU, r.) lässt es krachen. Mit ihr feierten 2.700 Menschen die...

Die Münchener müssen noch bis Sonnabend warten, in Berlin hieß es schon am Mittwochabend: „O’zapft is“. Die Hausherrin der bayerischen Vertretung, Staatsministerin Emilia Müller, hatte am Abend mehr als 2000 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur Eröffnung des schon zum zwölften Mal stattfindenden Berliner Oktoberfestes auf den Alexanderplatz geladen. Es ist nicht das einzige in der Stadt, aber so ziemlich das bekannteste. Und die Bayern wissen, wie so etwas gefeiert wird.

Ihr Brauch hat den Alex völlig verändert. Ein riesiges Festzelt weckt Erinnerungen an die Wies’n. Drinnen bewältigte Emilia Müller mit drei Schlägen den Fassanstich. „Das ist gut“, jubelten anerkennend die Experten. Außerdem kredenzten die Gastgeber im Zelt eine sehr gewichtige Delikatesse: der Ochs’ Xaverl, ein 390 Kilo schweres Viech, drehte sich am Spieß. Wirt Konrad Bösl aus Nürnberg hatte Xaverl schon einen Abend zuvor übers Feuer gehängt, damit das Fleisch schön saftig wurde. Und neben Leberkäs, Brezeln und anderen Wiesenschmankerln konnten die Gäste auch wieder Oktoberfestbier mit sechs Prozent Alkoholgehalt genießen. Im vergangenen Jahr musste der Berliner auf seiner Wies'n Bier mit fünf Prozent trinken. Als ob die Preußen nichts vertragen würden!

Etwas verspätet, er war in Staus geraten, kam der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, gesehen wurden neben Politikern und Diplomaten auch die CSU-Bundesminister Peter Ramsauer, Ilse Aigner, Karl-Theodor zu Guttenberg und ihre Ministerkollegen Thomas de Maizière und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Zum „Botschafter des Bieres“ hatten die Brauer CDU-Fraktionschef Volker Kauder gekürt. Der bekannte, er sei ein authentischer Botschafter, weil er selbst täglich zwei bis drei Weizen trinke. Kauder: „Das gibt eine schöne, glatte Haut“. Jawohl, die Biertrinker jubelten.

Für die Berliner ist das Festzelt vor dem Brunnen der Völkerfreundschaft vom 16. bis zum 21. September täglich von 11 bis 22 Uhr (am Wochenende bis 23 Uhr) geöffnet.

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