Osthafen : Der Reiz der kleinen Größe

Der Ausbau des Osthafens zum Modezentrum schreitet voran. Im neuen Gebäude "Labels2" wird teilweise schon verkauft Besonders sportliche, trendige Firmen haben sich dort versammelt, meist in Räumen von überschaubaren Maßen

Lea Hampel
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Stefan Sihler, Geschäftsführer von Labels Berlin am Osthafen. -Foto: Mike Wolff

Stefan Sihler ist ein Mann der Visionen. Geht es nach ihm, so entsteht am Osthafen eines der größten Modezentren Europas. Und er scheint auf dem besten Weg dorthin. Vor wenigen Wochen hat das „Labels2“-Gebäude eröffnet, erste Mieter haben bereits mit dem Verkauf begonnen. Andere sind noch mit der Inneneinrichtung beschäftigt, aber „es läuft stetig weiter“, freut sich der Geschäftsführer von Labels Berlin.

Die Fläche in der Nachbarschaft zum Musiksender MTV und der Produktionsfirma Universal kommt gut an – vor allem kleine und mittlere Unternehmen sind in das Gebäude eingezogen. Genau so hatte es Sihler geplant. „Labels1“, das 2006 eröffnete Gebäude, beherbergt bekannte Größen wie Hugo Boss. Nun habe man auch sportlicheren und trendigeren Firmen ein Angebot machen wollen – und die seien darauf eingestiegen. „Die neuen Mieter entsprechen genau unserer Vorstellung“, freut sich Sihler. Trendig und sportlich, darunter versteht er Marken wie Laurel, Gastra, Puma. Dass immer mehr gute Namen in einem Zentrum landen, sei ein sich selbst verstärkender Prozess. „Klar kommen die Firmen und wollen wissen: ,Wer ist noch da?’“. Und mittlerweile habe man schon einige bekannte Namen zu bieten: Puma eben, Street One, S.Oliver, Scotch and Soda. „Die derzeit angesagten Labels sind bei uns“, freut sich Sihler. Für die Modefirmen bedeute das gegenseitige Befruchtung. Und die Ballung sei ein Wettbewerbsvorteil: Für die Einkäufer sei es einfacher, wenn alle Anbieter beieinander seien.

Vor allem, wenn es so viele auf einem Haufen sind. Denn entgegen Sihlers Plänen sind derzeit sogar 24 statt 20 Showrooms in dem Gebäude vermietet. „Die Nachfrage nach kleineren Räumen war eindeutig größer“, der durchschnittliche Raum habe 300 Quadratmeter. Auch angesichts der Wirtschaftskrise habe das den meisten Unternehmen genügt, einige wollten sogar nur 100 Quadratmeter, berichtet Sihler. Noch seien zwei Showrooms nicht belegt – allerdings gebe es genügend Bewerber. Sihler geht derzeit davon aus, dass bis Ende des Jahres auch die letzten 600 Quadratmeter bezogen seien. Ebenfalls mit Riesenschritten schreiten die Planungen für das Erdgeschoss voran: Den Bereich hat Sihler mittlerweile an die Inhaber des in der Potsdamer Straße ansässigen Clubs „40 seconds“ vermietet, die Betreiber wollen im Erdgeschoss von „Labels2“ künftig Kongresse veranstalten, die erste Veranstaltung soll bereits Mitte September stattfinden. Angesichts der steigenden Bedeutung von Berlin als Messe- und Kongressstadt sei dies „eine hervorragende Nutzung“.

Derzeit noch unklar ist lediglich die Ausgestaltung der Lounge auf dem Dach von „Labels2“. Drei Bewerber gibt es derzeit. Bis Oktober möchte Sihler sich entscheiden, schließlich soll der Betrieb nach seinen Wünschen spätestens im Februar 2010 starten. Ehrgeizige Pläne, doch für solche ist Sihler bekannt. Von ihm stammt auch die Idee für den noch nicht gebauten Steg aus dem Labels1-Gebäude auf die Spree, den Sihler gerne für Modenschauen und ähnliche Veranstaltungen bauen würde. Das hängt jedoch von der baurechtlichen Entwicklung und einem möglichen Erfolg des Projektes „Mediaspree versenken“ ab. Ebenso wie ein zusätzliches Labels3-Gebäude, von dem Sihler träumt.

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