Otto Waalkes : Ostfriesenwitze in Adlershof

Waalkes hat Quartier in Berlin bezogen und dreht hier seinen neuen Film: „Otto’s Eleven“ - Berlins Antwort auf Hollywoods „Ocean’s Eleven“.

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Auf George Clooneys Spuren. „Otto’s Eleven“ wird Berlins Antwort auf Hollywoods „Ocean’s Eleven“.
Auf George Clooneys Spuren. „Otto’s Eleven“ wird Berlins Antwort auf Hollywoods „Ocean’s Eleven“.Foto: ddp

Egal wie groß der Hunger ist – man sollte niemals mit Würsten bewaffnet und dann noch zu siebt eine schlecht ausgeleuchtete Bankfiliale betreten. Allzu leicht können Wiener, Thüringer, ja selbst Bockwürste im Dämmerlicht für Schusswaffen gehalten werden, der Einsatz schwerbewaffneter Polizisten ist dann garantiert.

Eine besonders einprägsame Szene aus „7 Zwerge – der Wald ist nicht genug“, ein schon vier Jahre altes Werk der Filmgeschichte, Ottos bislang letzter Auftritt auf der Kinoleinwand und nach „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ seine zweite Zusammenarbeit mit Regisseur und Parodieprofi Sven Unterwaldt. Die dritte, nach einem Skript von Bernd Eilert, mit Otto als Coautor, startete dieser Tage im Studio Adlershof, und schon der Titel deutet an, dass es erneut parodistisch zugehen wird: „Otto’s Eleven“. Wobei ja schon das Original, Steven Soderberghs „Ocean’s Eleven“ von 2001, mit George Clooney in der Titelrolle und hochkarätigen Mitakteuren wie Matt Damon, Julia Roberts und Brad Pitt, mit viel Augenzwinkern gedreht worden war.

Der Titel lässt erwarten, dass „Otto’s Eleven“ nicht wie die frühen Otto-Filme auf ihn zentriert ist, Waalkes vielmehr wie in den Zwergen-Filmen als Teamspieler auftritt – unter anderem mit Rick Kavanian, Mirco Nontschew (wie Otto zuvor einer der 7 Zwerge), Sky du Mont, Max Giermann, Arnd Schimkat, Olli Dietrich, Jasmin Schwiers, Günther Kaufmann wie auch Schauspieldebütantin Sara Nuru, Siegerin der vierten Staffel von „Germany’s Next Topmodel“. Gedreht wird an 40 Tagen in Adlershof, mit Außenaufnahmen in und um Berlin sowie im Spielcasino Baden-Baden, schließlich kreist die Geschichte wie beim Original um einen fiesen Casinobesitzer.

Der hat dem Watt-Maler Otto, Bewohner des Inselchens Spiegeleiland, ein altmeisterliches, seit Generationen im Familienbesitz befindliches Gemälde abgegaunert – ein Affront für alle Otto-Freunde. Das sind seine vier kauzigen Mitbewohner auf dem Eiland, und es sind sechs weitere Freunde und Freundinnen, die bei dem Vergeltungsfeldzug zu den fünf Insulanern stoßen. Klar, dass die Racheengel von der Waterkant irgendwann im Tresorraum des Widersachers landen und mit unerwartet reicher Beute entkommen.

Mit den Dreharbeiten in Berlin holen Otto & Co. im großen Stil nach, was im Kleinen schon für „7 Zwerge – der Wald ist nicht genug“ geplant war. Damals sollte eine Szene am Kurfürstendamm Ecke Joachimstaler Straße gedreht werden. Das klappte nicht, weil die Behörden einen Fahrstreifen für den Verkehr frei halten wollten, und so wurde eben in Hamburg gedreht. Der Kinostart für den neuen Film ist für den 9. Dezember vorgesehen, Otto sollte sich also langsam nach einem passenden Premierenort umsehen. Erfahrungen hat er damit in Berlin hinreichend gesammelt – als Premierengast wie auch als Gastgeber: Unvergessen die Feier zu „Otto – der Liebesfilm“ im Wirtshaus Schildhorn. Das war im Sommer 1992, gedreht hatte Otto in Berlin und Babelsberg, mit Jessika Cardinahl als Liebespartnerin. Die hat sich mittlerweile von Modeln und Schauspielern aufs Malen verlegt – und hatte die Rolle angeblich sowieso nur über ein Missverständnis bekommen: Sie dachte zuerst, Auftraggeber sei der Otto-Versand.

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