Paris Hilton : Prinzessin der Posen

So prickelnd wie Prosecco aus der Dose: Paris Hiltons erster Auftritt in Berlin. Das Glamour-Girl machte das, was es am besten kann: Werbung für sich selbst.

Sonja Pohlmann
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Posierlich. Hotelerbin Paris Hilton ist zum ersten Mal in Berlin zu Besuch. Ihre Stippvisite hat vor allem einen Grund: Sie...Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Am Ende wird es dann ganz absurd: Da lässt sich Paris Hilton von ihrem Assistenten das Handy reichen, schaltet die Foto-Funktion ein und fotografiert sich umringt von einer Horde Fotografen selbst. Besser gesagt, das Werbeplakat, das sie plötzlich hinter sich entdeckt. Sie ist darauf neben einer sprudelnden Prosecco-Dose zu sehen, im roten Badeanzug und mit weit geöffnetem Mund, was wohl sexy aussehen soll, aber irgendwie leicht beschränkt wirkt. Während Paris Hilton nun auf den Auslöser drückt, wird sie wiederum von den Fotografen abgelichtet, die unablässig ihren Namen schreien . Lustig wäre es, wenn Hilton mit ihrer Selbstfotografie den Hype um sich auf den Arm hätte nehmen wollen. Aber vermutlich war sie einfach nur davon angetan, wie „hot“ sie auf dem Plakat wieder einmal aussah. Oder ihr war schlichtweg langweilig geworden, nachdem sie knapp eine halbe Stunde zwischen zwei älteren Herren sitzen und Fragen beantworten musste.

Eigentlich war Paris Hilton am Mittwoch hier in den Solar Club an der Stresemannstraße gekommen, um Dosen-Prosecco zu bewerben und ein Charity-Projekt vorzustellen, bei dem Wasser aus Eisbergen für wasserarme Regionen gewonnen werden soll. Zum Leidwesen der Firma interessierte sich dafür aber kaum jemand. Alle Journalisten wollten nur eines wissen: Wie gefällt es der für nichts und alles berühmten Amerikanerin in Berlin? Noch nie war Paris Hilton hier. Aber keine 24 Stunden nach ihrer Landung in Tegel wusste sie bereits: „I love Berlin“.

Nun ist es so, dass Paris Hilton viele Städte liebt. Überall, wo sie auftaucht, schwärmt sie davon, wie „hot“ alles ist. Aber schön, dass Berlin jetzt auch dazu- gehört.

Die Pressekonferenz war der erste offizielle Termin, den Paris Hilton während ihres fünftägigen Aufenthalts in Berlin absolvierte. Bereits Dienstagabend feierte sie mit ihrer Entourage im „Cookies“, nur wenige Meter von ihrem Hotel, dem gleichnamigen Hilton am Gendarmenmarkt entfernt, wo sie eine 160 Quadratmeter große Suite bewohnt. Hier wurde sie gestern Vormittag mit einer schwarzen Limousine abgeholt und von Termin zu Termin durch die Stadt kutschiert.

Los ging’s mit einer mehr als einstündigen Verspätung. Vielleicht, weil die Haare der 26-Jährigen noch nicht seidig genug schimmerten – die übrigens nicht vom Berliner Coiffeur Udo Walz gestylt wurden, sondern von Mitarbeitern des Münchner Salons „Lippert’s Friseure“.

Glücklicherweise glänzte dann letztendlich alles an der 26-Jährigen: Das bronzefarbene, knielange Pailletten-Kleid, die silbernen Ohrringe und die glossigen Lippen, die sie für die drängelnden Fotografen mal lasziv schürzte, mal zu einem bezaubernden Lächeln verzog. Paris Hilton, die Prinzessin der Posen, enttäuschte nicht.

Sie lobte den „good style“, das gute Aussehen der Berliner Clubgänger, die netten und gastfreundlichen Menschen und sowieso, „Berlin is a cool city“. Auf die Frage, ob sie den Reichstag besuchen wolle, fragte sie „What’s that?“, kletterte aber gleich nach der Pressekonferenz auf die Kuppel. Gegen 18 Uhr ging’s zur Autogrammstunde ins KaDeWE, wo viele Fans seit vier Stunden ausharrten. Wer es zu Hilton an den Tisch schaffte, wurde belohnt: mit einem rund dreisekündigen Lächeln und einer Autogrammkarte, auf der sich die junge Frau nackt in einer kahlen Landschaft räkelt – Hiltons Art, vor den Gefahren der Erderwärmung zu warnen. Dieser Hinweis dürfte den Fans beim Anblick der unbekleideten Blondine wohl entgangen sein. Wofür das Glamour-Girl berühmt ist, wussten viele von ihnen selbst nicht so genau. „Für ihren Namen“, mutmaßten die einen. „Für ihre Millionen“, meinten die anderen. Hilton selbst sagt: „Ich bin eine erfolgreiche Geschäftsfrau“. Und wenn es sein muss, trinkt sie den Prosecco dafür auch aus der Dose.

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