Partydampfer : 2000 Raver auf Booten über die Spree

Acht Schiffe des Festivals "Berlin, Beats & Boats" tuckerten auf der Spree bis zum Müggelsee - als eine Art Love-Parade-Gedenkveranstaltung.

Anna Sauerbrey

Das Café an der Anlegestelle Hansabrücke hat sich schön gemacht für die Sommertouristen auf seinem alten Kahn. Blumenkästen schmücken das Freiluftdeck, ein Schild preist Obstkuchen für 2,60 Euro an. Doch der Partygemeinde steht der Sinn nicht nach Erdbeerschnitte und Wiener Melange. Gerüstet mit Wodka und grellfarbigen Mixgetränken strömten am Sonnabend hunderte junge Technobegeisterte auf die Ausflugsschiffe an der Hansabrücke, denn hier legten drei von acht Schiffen des Festivals „Berlin, Beats & Boats“ ab. Geplant von einem Team um Fabian Lenz, den ehemaligen Love-Parade-Geschäftsführer, sollte die Bootstour auf der Spree bis zum Müggelsee eine Art Love-Parade-Gedenkveranstaltung sein, denn in diesem Jahr wäre der Techno-Umzug 20 Jahre alt geworden. Die Musik kam von populären Clubs wie „Cookies“ oder „Weekend“.

Bunt aufgebrezelte oder halbnackte Raver sucht man unter denen, die an der Hansabrücke darauf warten, endlich an Bord gehen zu können, allerdings fast vergeblich. Ein Grüppchen von Matrosen und Matrosinnen nimmt sich etwas einsam aus unter den Jeans- und T-Shirt-Trägern. Robert, 20, mit seinem Disneyland-Strohhut und Benjamin mit seiner Kette aus Plastikblumen gehören schon fast zu den auffälligsten Partygästen. „Die Love-Parade fehlt auf jeden Fall“, sagt Robert. „Wir sind die Hauptstadt“, sagt Benjamin, „die gehört hierhin.“ Gleichzeitig loben sie aber das Spree-Festival als Szeneevent. Hier würde sich nur der harte Kern versammeln, meinen die beiden, schließlich sei kaum Werbung gemacht worden, die Bootstour war hauptsächlich unter denen bekannt, die sich ohnehin regelmäßig in den Clubs tummeln.

Ausverkauft war die Party auf der Spree trotzdem. 2000 Technofreunde hatten Tickets gekauft und schipperten fröhlich tanzend bis in die Nacht durch die Stadt. Anna Sauerbrey

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