Stadtleben : Pfarrer: Imbissbuden an Gedächtniskirche sollen bleiben

Die Imbissbuden an der Gedächtniskirche sind dem CDU-Politiker Uwe Lehmann-Brauns ein Dorn im Auge. Die Kirche sei ein Symbol der Stadt und werde geradezu „belästigt“ von den Ständen, sagt der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses. Am liebsten wäre ihm, die Buden würden abgebaut. Doch das sieht die Kirchengemeinde anders. Die Pfarrer sprechen auch nicht von „Imbissbuden“, sondern von „Marktständen“ und können damit gut leben.

1999 wurde der Markt um die Gedächtniskirche von Pfarrerin Sylvia von Kekulé und dem Verein der Freunde der Gedächtniskirche ins Leben gerufen, um den Platz zu beleben und Drogenabhängige zu vertreiben. Der Verein vermietet die Stände. „Das Konzept ist aufgegangen“, sagt Pfarrerin Cornelia Kulawik, „der Markt ist sehr sinnvoll.“ Es liege weniger Müll herum und es gebe hier kaum noch Drogenabhängige und Dealer. Die Händler würden darauf achten, dass die Gegend sauber bleibe. Auch aus finanziellen Gründen möchte die Gemeinde nicht auf die Stände verzichten. Mehrere hunderttausend Euro fließen ihr aus den Standmieten jährlich zu, die für die Bauunterhaltung benötigt werden.

„Aber wir müssen darüber reden, wie man das Erscheinungsbild verändern kann“, sagt Pfarrerin Kulawik. Ihr wäre es lieber, wenn die Händler Blumen und Gemüse anbieten würden statt Currywurst. „Blumen, Obst oder Gemüse läuft aber nicht“, sagt Mohamed El Genedy, der den Markt für den Verein der Freunde leitet. Das habe man schon versucht. Die Gedächtniskirche sei Anziehungspunkt für Touristen, die sich eher für Souvenirs, Kunsthandwerk, Schmuck, Essen und Trinken begeisterten als für einen Wochenmarkt. Lehmann-Brauns’ Vorwurf sei „unfair“, sagt El Genedy. Schließlich würden die 25 Stände 70 Arbeitsplätze schaffen. „Die kann man doch nicht einfach vom Tisch wischen.“ clk

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