Stadtleben : Politiker für Transparenz bei Tierhandel

Berliner Politiker fordern von Zoo und Tierpark künftig mehr Transparenz beim Handel mit Tieren. „Beide Einrichtungen sollten künftig stets dokumentieren, in welche Einrichtung die Tiere letztlich gelangt sind, auch wenn sie zunächst an einen Tierhändler abgegeben wurden“, sagte der tierschutzpolitische Sprecher der FDP, Mirco Dragowski. Am Dienstag fand das erste Treffen aller fünf tierschutzpolitischen Sprecher der Fraktionen im Abgeordnetenhaus mit Zoo-Vorstand Bernhard Blaszkiewitz statt. Anlass der Zusammenkunft waren Vorwürfe der Grünen-Expertin Claudia Hämmerling: Sie hält dem Zoochef vor, er habe über den Tierhändler Werner Bode ein Zwergflusspferd an einen Zootierschlächter sowie Tiger an eine Potenzmittelproduktionsfarm nach China abgegeben.

Gestern wurde erstmals Abgeordneten teilweise Einblick in Bestandsbücher von Zoo und Tierpark gewährt. Laut Daniel Buchholz (SPD) seien dabei – was den Tierhandel angeht – „keine strafrechtlich relevanten Anschuldigungen übrig geblieben“. Für den FDP-Experten Dragowski und Grünen-Sprecherin Hämmerling bleibt aber der Verbleib zweier im Tierpark gezüchteter und dort überzähliger Tiger „nach wie vor ungeklärt“. Im Tierpark-Jahresbericht von 2002 ist nachzulesen, dass die im März 2001 geborenen Tiger an das Zuchtzentrum Hengdauhezi in China abgegeben wurden. „Das Bundesamt für Naturschutz hat keine Ausfuhrgenehmigungen für den Tierpark für im März 2001 geborene Tiger erteilt“, teilt hingegen die Behörde auf Anfrage mit. Zoochef Blaszkiewitz gab gestern jedoch an, dass er die beiden Tiger an den Tierhändler Bode gegeben habe, er wolle sich bei ihm nach dem Verbleib erkundigen. kög/sib

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben