Post : Urinproben landeten beim Steuerberater

Die Unachtsamkeit eines Postmitarbeiters bescherte Steuerberater Stefan Greiner einen Brief mit überraschendem Inhalt.

BerlinEs war einer eher ungewöhnliche Sendung, die der Briefträger Steuerberater Stefan Greiner aus Steglitz in den Kasten gesteckt hatte: Der Kuvert seines Mandanten war aufgerissen, in eine Klarsichthülle verpackt und neben den Papieren zum Lohnsteuerjahresausgleich fand Greiner – zwei Urinproben. In Plastikröhrchen verfüllt und ordentlich mit Patientendaten versehen.

Außerdem ist Greiners Mandant weder Arzt noch Besitzer eines medizinischen Labors. Wie also kommen dann die Urinproben zu dem Steuerberater? Postsprecher Rolf Schulz spricht von einem Versehen, einer Unachtsamkeit des Mitarbeiters, der die herrenlosen Röhrchen beim Verpacken beschädigter Briefe ohne nähere Prüfung in den an Greiner adressierten Umschlag gestopft haben muss. Allerdings sei der Inhalt von Sendungen auch "nicht immer logisch nachvollziehbar", sagt Schulz.

Wenn ein Brief auf dem Postweg beschädigt wird, geschieht das meist in den automatischen Sortieranlagen. Schuld ist in der Regel aber nicht die Technik, sondern der Versender, sagt Schulz. Umfangreichere Dokumente, vor allem aber auch Gegenstände gehören nicht in dünne Papierumschläge, sondern in eine feste Verpackung. Immer wieder komme es vor, dass beispielsweise Kugelschreiber, andere Werbeartikel oder große Büroklammern in den Sortiermaschinen hängen bleiben. Dann werden oft auch nachfolgende Briefe beschädigt. Auch die Urinproben müssen „nicht ausreichend“ verpackt gewesen sein, sagt der Postsprecher.

Bei bis zu etwa 13,5 Millionen Sendungen, die täglich allein in den vier Verteilzentren der Hauptstadtregion umgeschlagen werden, liegt die Schadensquote allerdings "im nicht messbaren Bereich“, sagt Schulz. Und dann sind es meist nur leicht eingerissene Verpackungen, die vorsorglich in Plastikfolie verschweißt werden. Totalschäden, bei denen nur der Inhalt übrig bleibt und mühselig seinem Besitzer zugeordnet werden muss, sind die absolute Ausnahme, versichert Schulz. Bei den Urinproben, die Stefan Greiner inzwischen wieder der Post zurückgegeben hat, ist man mangels Absender- und Empfängeranschrift darauf angewiesen, dass sich der Besitzer meldet. (du)

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