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Preisverleihung in Berlin : Die Puhdys erhalten Echo für ihr Lebenswerk

Mit "Hey, wir woll'n die Eisbärn sehn" wurden sie berühmt. Nun bekommen die Puhdys den Echo für ihr Lebenswerk. Auch Roger Cicero könnte am 7. April in Berlin posthum ausgezeichnet werden.

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Da wo die Eisbären spielen, spielten auch die Puhdys im vergangenen Jahr.
Da wo die Eisbären spielen, spielten auch die Puhdys im vergangenen Jahr.Foto: dpa

Ihren Song "Hey, wir woll'n die Eisbärn sehn" kennt jeder, der schon mal eine Après-Ski-Hütte betreten hat. Oder bei einem Spiel der Berliner Eisbären war. Die einstigen DDR-Rocker gehören inzwischen längst zum gesamtdeutschen Liedstamm. Nun erhalten die Puhdys den Echo für ihre Lebenswerk.

„Ihre Musik hat Grenzen überwunden, die einst als unüberwindbar galten und im persönlichen Lebens-Soundtrack von Millionen von Menschen in ganz Deutschland wegweisende Spuren hinterlassen“, sagt Dieter Gorny, Vorstandschef des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), der den Musikpreis am 7. April auf dem Messegelände in Berlin verleiht.

Die Puhdys touren schon seit 1969 durch die Lande, Anfang des Jahres haben sie mal wieder eine Abschiedstour veranstaltet, allerdings spielen sie weiterhin als „Rocklegenden“ mit City und Karat: Am 28. Mai sind sie zu Gast in der Waldbühne (Karten: 57 Euro).

Die Puhdys hätten „mit ihren Liedern legendäre Beiträge zur Geschichte der deutschsprachigen Rockmusik geleistet“, heißt es in der Begründung des BVMI. Songs wie „Alt wie ein Baum“, „Ikarus“ oder „Wenn ein Mensch lebt“ hätten bis heute „für viele Menschen identitätsstiftende Bedeutung“. Ihren ersten Auftritt in Westdeutschland hatten die Puhdys schon 1976, das war in Hamburg. Es folgten Auftritte in Bremen, Dortmund und West-Berlin. In den fast 50 Jahren ihrer Bandgeschichte haben sie mehr als 22 Millionen Tonträger verkauf, 4500 Konzerte in 21 Ländern gespielt.

Der Echo feiert in diesem Jahr 25. Geburtstag. Nominiert ist unter anderen Adele – in gleich drei Kategorien: „Album des Jahres“, „Hit des Jahres“ und „Künstlerin Rock/Pop international“. Ebenfalls drei Mal nominiert sind Schlagerstar Helene Fischer, der Berliner Rapper Sido und die Frankfurter Sängerin Namika.

Nominiert sind auch Sarah Connor („Muttersprache), Santiano („Von Liebe, Tod und Freiheit“) sowie verschiedene Künstler, die die Platte „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert, Vol. 2“ aufgenommen haben – darunter auch Xavier Naidoo. Auftreten werden Udo Lindenberg, Sarah Connor und der norwegische Star-DJ Alan Walker gemeinsam mit der schwedischen Sängerin Zara Larsson auf.

Es könnte allerdings auch traurige Momente geben. Der erst vorige Woche verstorbene Jazz-Sänger Roger Cicero ist in der Kategorie „Crossover“ für sein Live-Album „Cicero Sings Sinatra“ nominiert. Auch Udo Jürgens (Kategorie: Musik-DVD/Blu-ray national), Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister (Rock/Alternative international) und David Bowie (Künstler Rock/Pop International) könnten posthum ausgezeichnet werden. Letzteres würde viele Berliner wohl besonders freuen. Durch seinen langen Schöneberg-Aufenthalt ist er eng mit der Stadt verbunden.
Die ARD überträgt live (20.15 Uhr), Barbara Schöneberger moderiert.

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