Preiswert leben : Die Kultur-Discounter

Steigende Preise? Nicht mehr Student? Tipps für ein erschwingliches kulturelles Leben in Berlin

Laura Wieland

MUSEUM



Für die staatlichen Museen zu Berlin (SMPK) gilt: Donnerstags abends ist der Eintritt vier Stunden vor Schließung des Hauses frei (www.smb.museum). Viele Museen und Gedenkstätten kann man kostenlos besichtigen, so auch das Alliierten-Museum im ehemaligen Kino „Outpost“ der US-Army. Hauptattraktion neben dem weltberühmten Wachhäuschen vom Checkpoint Charlie ist ein „Rosinenbomber“ (Clayallee 135, Zehlendorf, Tel. 818 19 90, täglich von 10-18 Uhr offen, mittwochs geschlossen). Freien Eintritt hat man montags auch in die Kunstausstellungen der Deutschen Guggenheim. In der 510 Quadratmeter großen Galerie zeigt die Deutsche Bank in Kooperation mit der Salomon R. Guggenheim Foundation Werke zeitgenössischer Künstler. Bis zum 13. April sind hier die Foto- und Videoarbeiten zu „True North“ zu sehen. (Unter den Linden 13, Mitte, Tel. 20209 30).

Wer die Kunst lieber mit nach Hause nimmt, kann sich in der Artothek des Neuen Berliner Kunstvereins umschauen. Für 1,50 Euro kann man dort eines der rund 4000 Exponate für drei Monate ausleihen (Chausseestr. 128, Mitte, Tel. 280 70 20, geöffnet Di. u. Do. 14-21 Uhr, Mi. u. Fr. 12-17 Uhr).

KINO

Trotz des oft beklagten Kinosterbens haben Filmfreunde in Berlin rund hundert Kinos zur Auswahl, von Multiplex bis Programmkino. In den Kinos der Yorck Gruppe sind montags für fünf Euro sowohl Filmkunst-Klassiker als auch Hollywood-Filme zu sehen – in besonderem Ambiente: Im ehemaligen DEFA-Premierenkino „International“ (Karl-Marx-Allee 33, Mitte, Tel. 24 75 60 11) liegt noch ein Hauch DDR-Prunk in der Luft. Und unter der Lichtkrone an der Decke des ehemaligen Tanzpalasts Delphi (Kantstr. 12a, Charlottenburg, Tel. 312 10 26) werden Independent-Filme und Premieren vorgeführt.

Wer den „Blauen Montag“ verpasst hat, ist gut beraten, dienstags ins Kino zu gehen. Da gilt z.B. im CineStar-IMAX- Theater der „Kinderpreis für alle“, die auf die größte Leinwand Europas gucken möchten (Potsdamer Straße 4, Mitte, Tickethotline: 0180 511 88 11). Das aktuelle Kinoprogramm gibt’s online unter http://kino.zitty.de.

MUSIK

Für jugendliche Fans klassischer Musik ist die ClassicCard ein gutes Angebot. Die kann man großzügigerweise bis zu zwei Wochen vor dem 30. Geburtstag für 15 Euro ersteigern und damit ein Jahr lang für acht Euro ins Konzert, für zehn Euro in die Oper und ins Ballett. Ein weiterer Bonus: Mit der ClassicCard hat man an der Abendkasse Anspruch auf die besten verfügbaren Plätze in den Sälen der „Hochkultur-Veranstalter“, z.B. in der Deutschen Oper, im Konzerthaus, der Komischen Oper sowie der Staatsoper Unter den Linden (www.classiccard.de).

Die „Abendmusik am Samstag“ in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Breitscheidplatz gibt es dagegen zum Nulltarif. Jeden Sonnabend um 18 Uhr finden hier im Wechsel mit Bachkantaten und Chorvespern auch Orgelkonzerte statt (Terminkalender unter www.gedaechtniskirche-berlin.de).

Der Andrang auf die kostenlosen Lunch-Konzerte dienstags um 13 Uhr im Foyer der Philharmonie ist groß. Inzwischen kann man die klassische Musik der Berliner Philharmoniker nur noch im Stehen genießen (Herbert-von-Karajan-Straße 1, Mitte, Tel. 25 48 80).

THEATER

Eins vorneweg: In den großen Theaterhäusern Berlins sind die billigsten Karten oft schon für zehn Euro zu haben. Damit wird dem Zuschauer ein Theaterabend mit hochkarätiger Besetzung zum Kinopreis geboten.

Nichtsdestotrotz erhalten Schnäppchenjäger für Vorstellungen desselben Tages stark verbilligte Last-Minute-Tickets – oft für nur die Hälfte des Preises – täglich ab 16 Uhr bei Hekticket (an den Vorverkaufsstellen in der Hardenbergstr. 29d gegenüber vom Bahnhof Zoo, in der Karl-Liebknecht-Str. 12 in Mitte oder unter www.hekticket.de).

Low-Budget Theater für ermäßigte 3,50 Euro gibt es im „bat Studiotheater“ der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch (Belforter Straße 15, Prenzlauer Berg, Tel. 44 01 89 12).

Mit der „Welcome Card“ hat man nicht nur für 16 bzw. 22 Euro zwei bzw. drei Tage freie Fahrt im Tarifbereich ABC, sondern erhält auch zusätzlich 25 Prozent Ermäßigung auf Karten u.a. für das Berliner Ensemble, das Deutsche Theater und die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Laura Wieland

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