Premiere : Theater des Westerns

Weltpremiere an der Kantstraße: „Der Schuh des Manitu“ kommt als Musical auf die Bühne.

Matthias Oloew
Schuh des Manitu
Fesselspiele. Michael "Bully" Herbig (zweiter von links - zusammen mit Hilmi Sozer, Sky Dumont und Christian Tramitz) spielte in...Foto: dpa

Sie werden es sich auch an der Kantstraße sehr hübsch machen, die Schoschonen. Daran dürfte kein Zweifel bestehen, so dass es irgendwann an diesem Premierenabend im kommenden Dezember heißen wird: Willkommen im Land der Schoschonen, wo die Schoschonen schön wohnen.

Das Musical nach dem Erfolgsfilm „Der Schuh des Manitu“ wird im Theater des Westens uraufgeführt. Michael „Bully“ Herbig, Regisseur und einer der Hauptdarsteller des großen Kinoerfolgs, ist sich mit der Stage Entertainment von Joop van den Ende einig: Aus der Persiflage auf die Karl-May-Verfilmungen und die Italo-Western soll ein krachendes Musical werden. Derzeit stellt der Unterhaltungskonzern das Team zusammen, das mit Herbig die Show entwickeln soll. Die Premiere ist für das Jahresende vorgesehen, der Kartenvorverkauf soll im April beginnen. Dann erst wollen Herbig und die Stage Entertainment auch offiziell die Öffentlichkeit über die Show informieren.

Joop van den Ende, Produzent und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stage Entertainment, ist „unglaublich stolz, eine Musical-Komödie nach der Vorlage des erfolgreichsten deutschen Kinofilms zu zeigen“. Außerdem ist es die erste Uraufführung seines Konzerns in Berlin.

Es ist schon ein paar Tage her, dass Premierengäste ins Theater des Westens kamen, um eine Uraufführung zu sehen. Zuletzt war das im Jahr 2001 der Fall, als der damalige Hausherr Elmar Ottenthal das glücklose Konstantin-Wecker-Stück „Schwejk – Take it easy“ auf die Bühne brachte. 1999 versuchte es der damalige Stage-Konkurrent Stella im neu eröffneten Theater am Potsdamer Platz mit pompös inszenierter Welturaufführung des Disney-Musicals „Der Glöckner von Notre Dame“. Der Erfolg war nicht berauschend, weshalb insbesondere Disney-Musicals bevorzugt in Hamburg starten – wie etwa „Der König der Löwen“.

Die Stage Entertainment spürt aber Rückenwind, seitdem das Udo-Jürgens-Musical „Ich war noch niemals in New York“ ganz ordentlich läuft (ebenfalls in Hamburg). Nun wird es nicht nur den „Schuh des Manitu“ geben, sondern auch ein Neue-Deutsche-Welle-Musical, das ebenfalls noch in diesem Jahr in einem der Stage-Theater im Ruhrgebiet uraufgeführt werden soll.

Der Mangel an Premieren oder zumindest neuen Shows für die Berliner Bühnen hatte der Stage Entertainment in den vergangenen Jahren herbe Kritik eingebracht. Von dem Projekt „Wind of Change“ mit der Musik der Scorpions ist derweil keine Rede mehr. Dieses Stück wollte die Stage einst im Admiralspalast zeigen. Doch der Konzern verlor das Interesse am Haus an der Friedrichstraße und verlegte sich auf das Theater des Westens, wo seither vor allem bewährte Musicalstoffe gezeigt wurden, von „Les Miserables“ bis „Tanz der Vampire“. Bald wird für die Übergangszeit bis zur Premiere des Manitu-Musicals „Elisabeth“ gezeigt – Premiere: 20. April.

Bei der Stage Entertainment beschäftigt sich ein Pool in einem sogenannten Creative Development Department mit der Suche nach neuen Musical-Stoffen. Dabei erregte Herbigs Kassenschlager schon früh das Interesse der Musical-Macher. „Einen solchen Stoff kann man natürlich nicht ignorieren. Er stand bei uns immer ganz oben auf der Liste“, sagt Andreas Künne, Sprecher der Stage-Bühnen in Berlin. Neben dem Theater des Westens gehört dazu auch das Theater am Marlene-Dietrich-Platz, wo derzeit das Abba-Stück „Mamma Mia!“ läuft, sowie das Theater der Blue Man Group am gleichen Platz.

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