Prenzlauer Berg : Dance die Danziger

Am U-Bahnhof Eberswalder Straße macht ein neuer Rockclub von sich reden - der Dazzle Dance Club

Franziska Klün
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Und hoch das Bein. Im Dazzle Danz wird energisch getanzt. Foto: David HeerdeDavid Heerde

Spät am Abend, U-Bahnhof Eberswalder Straße. Ausgehhungrige Menschen drängen sich über Kreuzungen, entlang der Gehwege. Einige von ihnen tragen ein Wegbier mit sich, niemand will schließlich durstig ankommen im Club. Der U-Bahnhof ist ein Sammelpunkt für Partygänger jeden Geschmacks, hier steht noch zusammen, was eigentlich nicht zusammengehört: Dancehall-, neben Rock- neben House-Liebhabern.

Nur ein paar Meter weiter, in den Kellerräumen eines Altbaus, ist das Publikum bereits einheitlicher: An der Danziger Straße hat ein neuer Rockclub eröffnet – der Dazzle-Danz-Club. „Der Name ist bescheuert, aber die Musik ist spitze!“, krächzt eine junge Frau in schwarzem T-Shirt, schwarzen Jeans und ausgelatschten Turnschuhen. Doch ihr ist die Musik zu laut, eine Unterhaltung zu anstrengend. Sowieso wolle sie jetzt tanzen und nicht quatschen: „Were you born to resist or be abused?“ fragen die Foo Fighters. Der Text sitzt auch bei den Gästen.

Gäste wie Veranstalter behaupten, meist brumme der Laden. Dahinter steckt Kai M. Leder, hauptberuflich Sänger einer Rockband, nebenberuflich DJ und Barmann im Dazzle Danz. Er war es, der die Räumlichkeiten von einer Schwulendisko mit rosa Wänden und Séparées in einen Rockschuppen umgestaltete.

Nun sind die Wände dunkelbraun, schummrig rotes Licht weist den Weg durch die verwinkelten Räume. Alte gepolsterte Kinostühle bieten die Möglichkeit, zwischen dem Tanzen eine Pause einzulegen, zum Sitzen, Trinken und Diskutieren. Leder schwärmt: „Hier ist jeder willkommen, jeder der Gastlichkeit schätzt, und gute Preise – und jeder, der Rockmusik mag.“ Auch wenn sie bei der Musikauswahl nicht ganz so streng sind: Von Elektro-Rock bis Pop-Rock, von MGMT bis Interpol, sie würden alles spielen, es müsse die Leute nur locker machen. Liveclubs wie das White Trash, der Magnet oder das Bassy seien Läden für Bands, und auch nicht auf Rockmusik beschränkt. „Außerdem zieht jeder einen bestimmten Typ an, wir wollen, dass sich das durchmischt.“ Vorbild ist die andere Dependance der Betreiber: Das Mokum, eine Bar mit Tanzfläche, einige hundert Meter vom Dazzle Danz entfernt: „Dort feiern wir regelmäßig die wildesten Partys und es ist jedes Mal brechend voll“, sagt Leder. Seine Ansagen sitzen aber auch hier im Dazzle: „Ich will die Leute auf der Tanzfläche sehen!“ – denn darum geht es ja schließlich, Luftgitarre, Haare schütteln, mitsingen. Franziska Klün

Danziger Straße 1; Do–Sa ab 22 Uhr, bis 24 Uhr ist der Eintritt frei, www.myspace.com/dazzle_danzclub

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