Prenzlauer Berg : "Galerie unter Berlin": Installationen in der Tiefe

Die aktuelle Ausstellung "Klingen & Knipsen" in dem unterirdischen Gewölbe ist wegen des großen Zuspruches um drei weitere Wochenenden verlängert worden. Betrieben wird die Galerie von dem Künstlerpaar Vanessa Huber-Christen und Lorenz Huber.

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Die "Galerie unter Berlin" in Prenzlauer Berg liegt in acht Metern Tiefe.
Die "Galerie unter Berlin" in Prenzlauer Berg liegt in acht Metern Tiefe.Doris S. Klaas

Ein künstlicher See unter Tage. Der Scheinwerfer wirft weiße Buchstabenketten an die Gewölbedecke. Aus dem Nebenraum hört man Tropfen platschen, sind die wohl echt oder kommen sie vom Band? „ Klingen & Knipsen“ heißt die zweite reguläre Ausstellung der „Galerie unter Berlin“, eingerichtet in alten Gewölben der ehemaligen Königstadt-Brauerei am Fuß des Prenzlauer Bergs. Anfang Dezember öffnete die Schau, aufgrund des Besucherzuspruchs wurde sie jetzt noch einmal um drei Wochenenden verlängert.

Man muss dort unten in acht Metern Tiefe fast Angst haben, dass die ausgestellten Kunstwerke bei dieser spektakulären Kulisse in den Hintergrund treten. Aber sie überzeugen, die Foto-, Video- und Klanginstallationen der beteiligten Berliner Künstler. Besucher neigen sowieso dazu, mindestens eine Extrarunde durch die vier Räume zu drehen, es ist dort konstant um die zehn Grad warm, wer will da schon raus in die Kälte.

Die Galerie wird vom Künstlerpaar Vanessa Huber-Christen und Lorenz Huber betrieben. Bis 1990 wurde das Gewölbe unter anderem von der Fahrbereitschaft der Staatssicherheit genutzt. Das hat eine der Künstlerinnen thematisch aufgegriffen, hat Fotos aus der Stasi-Zentrale Normannenstraße per Ambrotypie, einer historischen Belichtungstechnik, auf Glasplatten übertragen. Ihre Bilder hängen nun an Drähten im Raum verteilt von der Decke, Spiegelsplitter reflektieren Licht darauf – eine mögliche Anspielung auf die Bruchstücke der Vergangenheit, die in diesem Raum noch zu spüren sind.

Sobald die Exponate von „Klingen & Knipsen“ abgebaut sind, geht es gleich weiter. Im Februar wollen die Galeristen hier Nana Yurikos Dokumentation über die Bar25 zeigen, außerdem soll am 18. Februar die nächste Ausstellung „Lesen & Lauschen“ starten.

Die Galerie ist diesen Sonnabend und Sonntag von 16-19 Uhr geöffnet. Auch am 15.+16. sowie 22.+23. Januar. In der Straßburger Straße 53, weitere Infos unter www.galerie-unter-berlin.de

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